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Lehrerüberzeugungen zum Lehren und Lernen

Natalia Schlichter
Betreuer: Prof. R. Watermann & Prof. M. Nückles

Lehrerüberzeugungen als überdauernde und implizite Annahmen über das Lehren und Lernen beeinflussen unterrichtliches Handeln von Lehrkräften und auch Schülerleistungen (Dubberke et al. 2008; Staub & Stern 2002). Empirische Lehr-Lern-Forschung konzentriert sich bislang auf zwei Paradigmen: knowledge transmission vs. cognitive construction (Dubberke et al. 2008; Staub & Stern 2002). Andere Ansichten auf das Lehren und Lernen wie participation in a learning community (Sfard 1998), Schülerorientierung (Klieme et al., 2006) oder auch nurturing of learner’s self-efficacy (Pratt, 2005) werden dabei vernachlässigt. Deshalb werden in unserem Projekt neben den Überzeugungen Transmission und Konstruktion, die Bedeutung von Partizipation und Schülerorientierung/Nurturing in der Lehrersicht auf Lehren und Lernen untersucht. Das Ziel dabei ist die Erforschung deren Entwicklung bzw. Veränderbarkeit während der Lehrerkarriere; und zwar sowohl während der Lehrerausbildung als auch während der anschließenden Lehrtätigkeit. In der ersten empirischen Studie wurden angehende Lehramtsstudierende (n = 10), Studierende in der Mitte (n = 10) und am Ende ihres Studium (n = 10) sowie Lehrer am Anfang ihrer beruflichen Karriere (Referendare) (n = 10) und mit mindestens fünf Jahren beruflicher Erfahrung (n = 10) zu ihren Überzeugungen zum Lehren und Lernen interviewt und diese miteinander verglichen. Auf der Grundlage der durchgeführten Interviews sowie in Orientierung an entsprechenden Lehr-Lern-Theorien und existierenden Instrumenten wurde ein Fragebogen zur Erfassung von vier Überzeugungen entwickelt und im Rahmen der zweiten empirischen Studie validiert. Die faktorielle Struktur dieses Fragebogens wurde mittels explorativer Faktorenanalyse an einer Stichprobe von N = 276 Lehramtsstudierenden untersucht sowie seine Konstruktvalidität an einer Reihe konstruktnaher Variablen (allgemeine epistemologische Überzeugungen nach Trautwein & Lüdtke (2004), Lern-Lehr-Begriffe, Erziehungsziele nach Bauer et al. (2009)) untersucht. Zudem erwies sich der Fragebogen als sensitiv genug gegenüber geschlechts- und fachspezifischen Effekten. Die Frage nach der Entwicklung bzw. Veränderbarkeit der Überzeugungen wurde angegangen, indem Überzeugungen von Bachelor- und Masterstudierenden miteinander verglichen wurden. Im Rahmen der dritten empirischen Studie wurde die faktorielle Struktur des Fragebogens erneut überprüft (N = 120). Die Sensitivität des Fragebogens gegenüber geschlechts- und fächerkombinationspezifischen Unterschieden in den Überzeugungen wurde erneut bestätigt. Anhand korrelativer Zusammenhänge mit einem Instrument zur Messung epistemologischer Überzeugungen (Schommer, 1991) wurde die Beziehung zwischen den Lehrerüberzeugungen zum Lehren und Lernen und epistemologischen Überzeugungen untersucht.