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GOR 2001 - Abstracts

Currently the following abstracts are accepted for the GOR-Conference in Spring 2001 in Göttingen (ordered by name of first author):


Bamert,Thomas ; Reips, Ulf-Dietrich Institution: Universität Zürich
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 775)
"Online Befragung zur Webpage-Evaluation."
German: Am Beispiel der Evaluation der Website der Allgemeinen und Entwicklungspsychologie der Universität Zürich zeigen wir wesentliche Elemente einer befragungsbasierten Website-Evaluation auf.

In der Befragung wurde das Design der zu evaluierenden Website im One-Screen-One-Question- Modus fortgeführt, es wurden Filterführung und Befragungsfortschritt implementiert, sowie eine Gesamtergebnisrückmeldung. Insgesamt hatte die Befragung eine Länge zwischen acht und zehn Fragen.

Die erhobenen Daten belegen einerseits die Nützlichkeit zielgruppenspezifischer Varianten einer Website und andererseits das Potential einer permanenten begleitenden Evaluation für Einsparungen und Funktionalitätssteigerungen in Verwaltung und Lehre.
English:


Batinic, Bernad ; Institution: Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1292)
"Trendsetter im Internet."
German: In dem Vortrag „Trendsetter im Netz“ beschreibe ich auf Basis zweier Studien die Entwicklung und Validierung einer Skala zur Messung von Innovationsbereitschaft und interpersonellem Einflußpotential. Mit Hilfe dieses Instruments soll die Identifikation von sogenannten „Trendsettern“, also Personen die frühzeitig technologische,gesellschaftskulturelle und/oder politische Innovationen wahrnehmen, aufnehmen und an Dritte weitergeben, ermöglicht werden und dies insbesondere bei Internetnutzern.

Der erste Teil des Vortrags beinhaltet die Skalenentwicklung, die sich aus der Konstruktion, dem Pretest, dem Feldtest sowie einer externen Validierung (Studie 1; N=96) zusammensetzt. Das Cronbach a für die Skala liegt bei .88. Die Disposition zum Trendsetter korreliert zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung hochsignifikant zu .52**.

Im zweiten Teil des Vortrags (Studie 2; N=4.854) wird der Einsatz der Skala in einem Online-Panel beschrieben. Dabei gehe ich u.a. der Frage nach, inwieweit Internet-Nutzungsmerkmale mit der Disposition zum Trendsetter einhergehen. Bei den Analysen stellte sich u.a. heraus, dass eine hochsignifikante Korrelation zwischen der Disposition zum Trendsetter und der Internet-Nutzungsintensität besteht (r=.31**).
English:


Baur,Timo ; Kolo, Castulus Institution: Ludwig-Maximilians Universität München
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2271)
"Feldforschung in Multiplayer-Onlinespielen."
German:

In Multiplayer-Onlinespielen finden die Interaktionen der gespielten Figuren in einer verteilten, simulierten Umgebung statt. Die heute am weitesten entwickelten Spiele sind darüber hinaus mit einer Vielzahl grafischer Elemente versehen. Abgesehen von technisch bedingten Einschränkungen sind die von den Spielern gesteuerten Figuren frei in ihrem Handeln und spannen damit ihrerseits einen sozialen Interaktionsraum auf. Oberthema der hier vorgestellten Untersuchung im Onlinespiel Ultima Online ist die Verknüpfung von Charakteristika der Spieler und sozialer Phänomene in deren Alltagswelt mit den Phänomenen innerhalb der Spielwelt, deren Figuren-Ensemble als teil-simulierte „Gesellschaft“ aufgefasst wird.

Die Phänomene in und um Ultima Online wurden unter anderem durch eine standardisierte E-Mail-Befragung, durch offene Online-Interviews und durch teilnehmende Beobachtung sowohl in der Spielwelt als Mitspieler als auch der Spieler beim Spielen erschlossen. Es werden potentielle Einschränkungen der einzelnen Untersuchungsperspektiven und Methoden dargestellt und an ausgewählten Ergebnissen erläutert. Für die Zusammenführung der über verschiedene Methoden gewonnenen qualitativen und quantitativen Daten zu einer vollständigen Beschreibung wird ein Modell zur Strukturierung von Spielsituationen vorgeschlagen.

Die darauf aufsetzende Analyse gibt zunächst Aufschluss über soziodemographische Merkmale und die Motivation der Spieler sowie die Nutzungscharakteristika. Es werden schließlich als Beispiel für emergente Phänomene innerhalb von Ultima Online die Bildung sozialer Formationen und die Verteilung von Vermögen der Spielfiguren diskutiert. Dabei wird die Verschränkung des Alltagslebens der Spieler mit der Welt der Spielfiguren und die Notwendigkeit einer gekoppelten Analyse beider Bereiche deutlich. Multiplayer-Onlinespiele liegen damit auf halbem Wege zwischen dem Untersuchungsgegenstand klassischer sozialwissenschaftlicher Forschung und vollständig simulierten „artificial societies“.


English:


Bauss, Anne-Katrin ; Jonas, Kai; Sassenberg, Kai; Boos, Margarete Institution: Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1993)
"Entwicklung und Evaluation eines Online-E-Mail-Trainings."
German: Immer mehr organisationsinterne wie -externe Kommunikation wird per E-Mail oder Intranet geführt. E-Mail-Handbücher sowie psychologische Untersuchungen zur Aneignung neuer Kommunikationstechniken in Organisationen (z.B. Wiest, 1994) zeigen jedoch, dass das Schreiben von E-Mails Medienkompetenz erfordert, die nicht von vornherein gegeben ist. Zwar erfolgt in Unternehmen bei der Einführung von E-Mail oft eine technische Einweisung. Da diese Einweisungen jedoch keine Kommunikationsempfehlungen für die Praxis beinhalten, soll in der folgenden Studie ein E-Mail- Kommunikationstraining speziell für den Arbeitsalltag konzipiert und evaluiert werden. Die Inhalte des Trainings basieren auf sechs theoretischen Ansätzen zur computervermittelten Kommunikation (Döring, 1999) und dem Verständlichkeitskonzept von Langer, Schulz von Thun & Tausch (1990). Das Modell der „Vier Seiten einer Nachricht“ (Schulz von Thun, 1981) dient der Trainingsgliederung. An der Trainingsevaluation nahmen 46 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus zwei Institutionen teil. Zur Überprüfung der Hypothese, dass das E-Mail-Training eine Erhöhung der objektiven Medienkompetenz bewirkt, wurde die Hälfte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Vergleichsgruppe nicht trainiert. Das E-Mail-Training fand intranet- bzw. internetbasiert statt. An zwei Meßzeitpunkten erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Online-Fragebögen zur subjektiven Medienkompetenz, Motivation, Trainingserwartungen, subjektivem Lernerfolg und ihrer Zufriedenheit mit einzelnen Trainingsinhalten. Weiterhin wurde die objektive Medienkompetenz als Erfolgsmaß erhoben. Es ergaben sich deutliche Unterschiede in der objektiven Medienkompetenz vor und nach dem E-Mail-Training, zudem schätzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihren subjektiven Lernerfolg nach dem E-Mail-Training als hoch ein. Das Training wurde als klar strukturiert und verständlich empfunden.
English: More and more employees communicate via e-mail or intranet at their workplace. E-Mail guides and psychological studies about the use of new technologies in organisations (Wiest, 1994) have indicated that media competence necessary for writing e-mails is not always existing. Therefore, some organisations offer a technical e-mail instruction to their employees. As these instructions lack specific communication advices for e-mail use at work, an e-mail-communication-training is developed in the following study. The contents of the training are based on six theories about computer-mediated communication (cmc) (Döring, 1999) and the concept of expressing oneself clearly by Langer, Schulz von Thun & Tausch (1990). The "Four Sides of A Message" (Schulz von Thun, 1981) serve as a structural means for the training. 46 employees of two institutions took part in the evaluation. To examine the hypothesis that the objective media competence is increased by the training, one half of the participants served as a control group and was not trained. The whole e-mail-training was intranet- or internetbased. At two measurement points the participants were asked to answer an online questionnaire, including questions about their subjective achievements, motivation, expectations, and their opinion about specific contents of the training. Additionally, their objective media competence was taken as a measure of achievement. Significant differences in objective media competence were found. Participants rated their subjective achievements highly. The training was thought to be clearly structured and easy to understand.


Boos, Margarete ; Institution: Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1355)
"Computervermittelte Kommunikation in Organisationen"
German: Einführungsvortrag zur Arbeitsgruppe "computervermittelte Kommunikation in Organisationen".
Systematik und Überblick

Organisationen müssen zur Sicherung ihrer Funktionsfähigkeit und ihrer Stabilität eine Reihe von Problemen lösen. So ist im Hinblick auf die Leistung, die Motivation, die Arbeitszufriedenheit und viele andere Einflussfaktoren des Organisationserfolgs die Identifikation mit der Arbeitsgruppe und der Organisation eine wichtige Größe. Soziale Integration, Koordination von Arbeitsprozessen und Kontrolle von Arbeitsergebnissen sind Aufgaben, die traditionell als Bestandteil von Führung gelten.

Welche Probleme ergeben sich für die Identifikation der Organisationsmitglieder und für die Führung einer Arbeitsgruppe bzw. Organisation aus der zunehmenden Nutzung elektronischer Medien für die Kommunikation in Organisationen? Anhand zweier organisationaler Nutzungsformen elektronischer Medien, Telearbeit und virtuelles Unternehmen, wird ein Überblick gegeben, welche Vor- und Nachteile mit der Virtualisierung der arbeitsbezogenen Interaktionen verbunden sind. Lösungsmöglichkeiten auf der Grundlage sozialpsychologischer Theorien und Theorien zur computervermittelten Kommunikation werden abgeleitet.


English:


Boudourides, Moses A. ; Institution: Computer Technology Institute and Department of Mathematics, University of Patras
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"New Directions of Internet Research."
German:
English: Most of the traditional methods to study the Internet are drawn from communication, social psychology and organizational theories. However, to understand Internet as a social medium other methodologies could contribute too. These originate in sociology, anthropology-ethnography and political economy but also in interdisciplinary approaches from natural sciences, as chaos and complexity. Our purpose is to overview these quantitative and qualitative methodologies of Internet research. In particular, we will focus on: · Social Network Analysis: The Internet is a good example of a socio-technical medium where social networks are developing and interfering with computer networks. Studying links, co-links, clusters, cliques, bridges, hubs (portals) etc. discloses the emerging heterogeneous structure of cyberspace. · Virtual Ethnography: Various methods of social sciences (e.g. ethnomethodology, symbolic interactionism, social worlds etc.) are employed in order to collect rich, descriptive and contextually situated data and to interpret the embedded practices. · Survey Research: Methods for online polls, interviews, market research, surveying the Internet population etc raise considerable theoretical challenges and practical difficulties as well as a number of perplexing ethical, confidentiality, security and legal issues related to online research. · Chaos theory and evolutionary computation analyses: Chaotic time-series analysis can determine whether Internet traffic data (e.g. congestions) possess certain regularities, as if a deterministic process produced them, or they are random and non-deterministic. Neural networks analyses can be used in clustering and classification of various Internet data (e.g. from mailing lists and the web). The data we intend to present are coming from two EU projects: SOEIS (TSER, PL97-1296, 1997-2000) and EICSTES (IST-1999-20350, 2000-2002).


Buchanan, Tom ; Reips, Ulf-Dietrich Institution: Department of Psychology, University of Westminster, London
Abstract English (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 835)
"Platform-dependent biases in Online Research: Do Mac users really think different?"
English: The technologies and software used in online research are becoming increasingly sophisticated and innovative (e.g. Web experiments written in Authorware, Java applets). However, these developments mean that potential participants unable or unwilling to run such software will be excluded. If these people differ psychologically from those who are able to participate, samples obtained using these technologies will inevitably incorporate biases. To identify such potential biases, the scores of respondents using different hardware (PC, Mac, Other) and software (Javascript enabled or not) configurations when accessing an online personality inventory were compared. Findings indicated that there are personality differences between different groups of respondents. Implications of these results for online research will be discussed.


Bunz, Ulla K. ; Institution: Communication Studies, University of Kansas
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"The Computer-Email-Web Fluency Scale - Development and Results"
German:
English: Information fluency is generally defined as an ability to express oneself creatively, reformulate knowledge, and synthesize information regarding new information technology. The term has recently gained popularity over experience, expertise, competence, knowledge, and literacy. As with other related concepts, there is a great need to accurately assess "information fluency" for research and pragmatic purposes. This study seeks to remedy this need by developing a self report/ability instrument to tap this theoretical concept. In the paper the researcher(s) explore existing computer competence scales (very few of which even include email or Internet components), review the emerging literature on information fluency, and report about the development of a new Internet Fluency Instrument. Evidence of the reliability and validity of the instrument is presented.


Bunz, Ulla K. ; Institution: Communication Studies, University of Kansas
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"The Website Assignment as a Valuable Exercise - Beyond Establishing Presence to Creating Significance."
German:
English: Having an Internet site has turned into the thing to do. No major US corporation can afford not having one. Advertising has snatched up the trend and includes URL's in print, audio and visual commercials. Personal pages are equally booming. The range of topics on all these sites is enormous. Yet, not all pages are equally "good". The paper accompanying the poster board presentation takes two steps. First, it defines what makes a web site "good". To accomplish this task a variety of fields will be covered, including web credibility, design and usability principles, so called help-sites that promise to turn average sites into successful sites, visual persuasion, and audience targeted message creation. The second step is an academic one, trying to find a motivation behind the common practice of teaching students to create (mostly unsophisticated) web sites without teaching them about at least some of the principles discussed above to turn this site into a "good" site. Personal experience from both the student and the instructor perspective will be included. The poster board will display examples and instructional advice focusing on practical application.


Cornelius, Caroline ; Institution: eResult GmbH - eCommerce Research & Consulting, Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2473)
"Best Match zwischen Forschungsfrage und Design von Online-Fokus-Gruppen."
German: Die Vorteile von Online-Fokus-Gruppen gegenüber Face-to-Face-Gruppendiskussionen werden gegenwärtig vor allem darin gesehen, dass sie zeit- und kostenökonomisch, flexibel und international durchzuführen sind. Sie wirken aufgrund des „Reiz des Neuen“ (noch) als Incentive bei der Rekrutierung. Die früher aufwendig zu erstellenden Transkripte der Diskussionen werden als automatische Protokolle gleich mitgeliefert, was eine erhebliche Erleichterung der anschliessenden quantitativ-qualitativen Analyse und Ergebnispräsentation darstellt. Das textbasierte Medium "Computerkonferenzen" ermöglicht so Fokus-Gruppen zu einer breiteren Facette von Fragestellungen, in dichteren Zeitintervallen und/oder mit grösseren Stichproben.

Darüber hinaus hält sich in der Literatur die Vorstellung, dass die Teilnehmenden in Online-Fokus-Gruppen aufgrund der visuellen Anonymität mehr Offenheit im Anwortverhalten, mehr Selbstoffenbarungen und weniger soziale Erwünschtheit zeigen als in FtF (Joinson, 2001). Dabei wird jedoch übersehen, dass nicht per se die Medienmerkmale zu diesen Gruppenergebnissen führen, sondern das spezifische Variablen im Design der Online-Fokus-Gruppen oben genannte Effekte hervorrufen aber auch unterdrücken können. Postmes, Spears und Lea (1999) gehen davon aus, dass das Medium lediglich eine reliablere Manipulation des Gruppenkontexts ermöglicht als in Face-to-Face-Gruppen, da in letzteren ideosynkratische Merkmale der Gruppenmitglieder eine Vorhersage der Gruppendynamik erschweren.

Der zentrale Vorteil von Online-Focus-Gruppen, nämlich die gezielte Manipulation eines Gruppenkontexts zur Optimierung der Passung zwischen Fragestellung und Design in der Marktforschung, wurde bisher noch nicht erkannt. In einem Kreismodell werden die Möglichkeiten des Designs anhand der vier häufigsten Fragestellungen im Bereich der Entwicklung und Evaluation von Produkten und Dienstleistungen mit den Faktoren Gruppenzusammensetzung, Anonymität, Kommunikationsqualität und Moderationstechnik dekliniert.

Joinson, A. (2001). Self-disclosure in computer-mediated communication: The role of self-awareness and visual anonymity. In European Journal of Social Psychology, 31, 177-192.

Postmes, T, Spears, R. & Lea, M. (1999). Social identity, normative content and 'deindividuation' in computer-mediated groups. In N. Ellemers, R. Spears & B. Doosje (Hrsg.), Social identity: context, commitment and content (S. 164-265). Oxford: Blackwell.
English: Currently, market researchers perceive the advantages of online focus groups over face-to-face (FtF) groups in their time- and cost-saving features and liberation from space limits. Their "newness" is (still) an incentive for recruiting participants. Instead of costly transcription, electronic protocols of the text-based computer-mediated communication (CMC) can be saved and used in subsequent quantitative and qualitative analysis and presentation of results. Thus, CMC gives the opportunity to conduct focus groups with a broader spectrum of research questions, in smaller time intervals and/or with larger samples.

Moreover, some researchers belief that participants of visual anonymous online groups communicate more self-disclosing and less socially desirable (i.e. Joinson, 2001). This notion neglects that not media features per se but specific variables of the design of online focus groups may elicit these effects but may suppress them as well. Postmes, Spears and Lea (1999) assume that in CMC, a more reliable prediction of social context effects is possible whereas a reliable prediction of group dynamics in FtF may be impeded by the ideosyncratic features of group members.

Up to now, this central advantage of online focus groups is not perceived by market researchers. In CMC, the reliable and specific manipulation of the group context can be used in order to optimize the fit between research question and design. In a circle model, possible design solutions concerning group composition, anonymity, communication quality and moderation method are assigned to the four most common research questions in the field of development and evaluation of products and services.

Joinson, A. (2001). Self-disclosure in computer-mediated communication: The role of self-awareness and visual anonymity. In European Journal of Social Psychology, 31, 177-192.

Postmes, T, Spears, R. & Lea, M. (1999). Social identity, normative content and 'deindividuation' in computer-mediated groups. In N. Ellemers, R. Spears & B. Doosje (eds.), Social identity: context, commitment and content (pp. 164-265). Oxford: Blackwell.


Creß, Ulrike ; Barquero, Beatriz; Hesse, Friedrich W. Institution: Psychologisches Institut, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1982)
"Online-Lernmaterialien in der Hochschullehre: Wie Studierende sie nutzen und beurteilen – Ergebnisse einer Evaluationsstudie."
German: Mit der Möglichkeit, Lernmaterialien für die Hochschullehre auch über das Internet
anzubieten, verknüpfen sich derzeit hohe Erwartungen: Studierenden soll ein flexibleres und
selbstgesteuertes Lernen ermöglicht werden und die Hochschulen sollen neue Zielgruppen
erschließen können und die Qualität der Lehre verbessern. Deshalb entstehen derzeit an
Hochschulen zahlreiche Initiativen, an denen Internetgestützte Lehrangebote entwickelt und
eingesetzt werden. Die spezifischen Stärken und Probleme, die mit dem Einsatz von Online-
Lernmaterialien verknüpft sind, werden in der dargestellten Evaluationsstudie deutlich.
Die Grundlage des Beitrags bildet ein theoretisch fundiertes Gesamtmodell multimedialer
Lehr- und Lernumgebungen, das unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten von neuen Medien in
der Hochschullehre beschreibt. Im Rahmen der Tübinger Verbundprojekte VirtuGrade und
Bioinform@tik sind 14 multimediale Lehrveranstaltungen entwickelt und während drei
Semester erprobt und evaluiert worden. Durch Fragebögen (am Anfang und am Ende jeder
Lehrveranstaltung) und durch Serverprotokolle wurden Daten zur Nutzung und Akzeptanz der
angebotenen Online-Materialien durch die Teilnehmer erhoben. Aus der Analyse dieser Daten
ergibt sich, dass das Ausmaß, in dem die Online-Lernmaterialien didaktisch in die
Lehrveranstaltung eingebettet sind (d.h. ob sie als ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung
oder nur als vorlesungsbegleitende Materialien dargestellt werden) eine entscheidende Rolle
für die Nutzung dieser Materialien durch Studierenden spielt. Die Bewertung und Akzeptanz
unterschiedlicher – auch nicht-medialer – Merkmale des Lehrangebots – ist zudem davon
abhängig, wie oft und intensiv sich ein Studierender mit den Online-Lernmaterialien
beschäftigt hat.
English: At present much is expected from the possibility of offering learning materials for higher education in Internet: students can learn in a more flexible and self-controlled way, and high schools can expand to new student populations and can improve the quality of teaching. For this reason a considerable number of proposals emerge at present in higher education which aim at developing and applying Internet-based courses. In the present assessment study we are concerned with some advantages and disadvantages associated with the use of online learning materials.
Our contribution is grounded on a theoretical overall model of multimedia-based learning and teaching settings. This model applies to different possibilities of using new media in higher education. Within two projects carried out in Tübingen – VirtuGrade and Bioinform@tik – 14 multimedia-based courses were developed. They were offered to students and evaluated during three consecutive semesters. We obtained data about the participants‘ use and acceptance of the online learning materials through pre- and postcourse questionnaires and log-files. The analyses of these data show that the extent to which the online learning materials are instructionally embedded in the course structure (i.e. whether they are an important component of the course or they are merely used to support traditional lectures or practical sessions) is decisive for encouraging students to actively use those materials. The judgement students make on different aspects of the Internet-based courses depends on the extent to which they were engaged in the online learning materials.


Deutschmann, Marc ; Institution: FB1 – Soziologie , Gerhard-Mercator-Universität Duisburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2284)
"Nonresponse-Probleme bei der Rekrutierung von Online-Samples durch CATI-Screening."
German: Das Problem der Selbstselektion bei Datenerhebungsmethoden im WWW ist seit dem Erscheinen der ADM-Richtline für Online-Befragungen zu einer formalen Qualitätshürde geworden. Umfrageergebnisse, die auf Selbstrekrutierung der Befragten beruhen, können danach grundsätzlich nicht als verallgemeinerbar angesehen werden. Nun lässt sich für die Erforschung vieler Fragestellungen auch dann eine hohe Datenqualität erreichen, wenn die stichprobentheoretischen Kriterien für Repräsentativität nicht oder nur teilweise erfüllt werden können. Will man jedoch Erkenntnisse über eine Grundgesamtheit, z.B. die Gruppe der Internetuser, gewinnen, so lässt sich durch Angabe eines nachvollziehbaren Auswahlverfahrens die Qualität der Ergebnisse glaubhafter vermitteln, als ohne gesichertes Wissen über das Zustandekommen der Befragtengruppe. Als eine praktikable Möglichkeit zur Rekrutierung von Online-Samples wird derzeit häufig ein CATI-Screening eingesetzt. Dabei wird zunächst eine bevölkerungsrepräsentative Zufallsstichprobe mittels computerunterstützter Telefoninterviews befragt. Die darin befindlichen Internetuser versucht man dann, für die Teilnahme an einer Online-Befragung oder einem Online-Panel zu gewinnen. Für die Stichprobenziehung lässt sich so bei berechenbaren Auswahlwahrscheinlichkeiten ein echtes Zufallsverfahren anwenden, und der Ausschöpfungsprozess ist kontrollierbar. Unerforscht ist bislang, welche Auswirkungen die in CATI-Befragungen üblichen Probleme mit Nonresponse – durch Nicht-Erreichbarkeit oder Verweigerungen – auf die Qualität der Online-Stichprobe haben. Darüber hinaus muss beim Wechsel des Befragungsmediums mit neuen Formen von Nonresponse gerechnet werden, z.B. Bereitschaft zum Telefoninterview, aber Verweigerung bei der Online-Befragung. Eine Studie der Universität Duisburg untersucht die Bedingungen für die Bereitschaft zur Teilnahme an Online-Befragungen und analysiert Merkmale der Teilnahmeverweigerer anhand der telefonisch erhobenen Daten. Auf Basis der Ergebnisse werden in dem Vortrag die Vor- und Nachteile des CATI-Screenings als praktikable Rekrutierungsmethode diskutiert.
English: It is well-known that self-selection may negatively influence the quality of data collection in the World Wide Web. Survey results which are based on self-recruitment by respondents are generally biased. A commonly applied strategy to circumvent or at least to reduce the effects of self-selection is to recruit samples of Internet-users by CATI-screening. The procedure consists in drawing a random sample of telephone numbers by random selection methods like the method of Gabler and Haeder (1998) which theoretically, i.e. under ideal conditions, garanties simple random sampling of telephone numbers by building a specific suitable sampling frame. The selected respondents are asked whether they use the Internet and whether they are willing to give their E-Mail addresses. This procedure garanties known selection probabilities for the respondents and the selection process can be better controlled. Up to now we know rather little about the effects of the usual CATI problems concerning nonresponse caused by refusals and non-availability of respondents on the quality of the online sample. In addition, the change of the collection method may lead to new forms of nonresponse like e.g. the readiness for a telephone interview but not for an online interview. A study of the University of Duisburg investigates the conditions for participating in online surveys and analyzes attributes of refusers on the basis of data collected by CATI. The paper discusses the advantages and disadvantages of CATI-screening as a method of recruitment of online samples.


Diemers, Daniel ; Institution: Institute for Sociology, University of St. Gallen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"VISAM. A Methodology for an internet-based early warning system."
German:
English: The business environment of the early 21st century is marked by high degrees of uncertainty, market volatility, and information overload. The process of virtualization creates increasing social, economic, and political dynamics in virtual spaces, which are becoming parallel interaction spaces as an socially embedded alternative to our physical, daily life-world. For large global companies it is existentially important that these developments are identified, discussed and responded with appropriate organizational measures in a short period of time. Recent examples of companies that were caught unexpectedly by these developments have shown that pressure originating in virtual spaces and virtual communities may eventually threaten even large companies. This contribution discusses a practical conceptualization of VISAM, an internet-based early-warning system developed on the theoretical foundations of the newer sociology of knowledge. The main goal of VISAM is to extend a company's perception of its business environment into virtual spaces. It that sense, VISAM is an intra-organizational early warning system directed towards processes in virtual spaces. VISAM combines an IT-based infrastructural set of measures with an organizational, soft-skill methodology. In this contribution the author will give a general overview over the theoretical conceptualization of VISAM, and elaborate on the first practical experiences of the implemented version of a VISAM-pilot.


Duda, Sabrina ; Schießl, Michael ; Hess, Jan Michael; Institution: eye square, Berlin
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2038)
"WAP – Ready or Not?"
German: In einer laborgestützten Studie mit 36 Probanden wurde die Usability und Akzeptanz von 23 deutschsprachigen WAP Angeboten untersucht. Ziel der Studie war es, einen Style Guide für Entwickler von mobilen Anwendungen zu entwerfen. Die Probanden sollten die Angebote anhand vorgegebener Aufgaben, die einer prototypischen Nutzungssituation entsprachen, explorieren. Sie wurden während der Aufgabenlösung beobachtet und wurden angehalten, laut zu denken; nach jeder Aufgabe wurden Fragebögen eingesetzt.

Multivariate Analysen ergaben, daß der bestimmende Faktor für die Gesamtakzeptanz die empfundene Nützlichkeit (Utility) und die Benutzerfreundlichkeit (Usability) von WAP Anwendungen ist; gefolgt wird dieser von der subjektiv empfundenen Hardwarequalität und der Kontrollüberzeugung; wider Erwarten erwies sich die empfundene Gerschwindigkeit als unbedeutender Prädiktor für die Geamtzufriedenheit. Das größte Problem bei WAP Seiten scheint daher nicht in der Ladegeschwindigkeit der einzelnen Seiten zu bestehen, sondern in der instabilen Verbindung, die immer wieder zu Abbrüchen führt. Das heißt, wenn Nutzer sich auf WAP Seiten befinden, die eine hohe Nützlichkeit mit einer hohen Usability verbinden, wird die Geschwindigkeit des Seitenaufbaus toleriert.

Insgesamt zeigen die Daten eine breite Varianz bei der Usability und Akzeptanz von WAP Anwendungen. Durchweg erwiesen sich Systeme, die ein reduziertes Auswahlangebot hatten, überlegen. Ausgehend von den Daten der vorliegenden Studie zeigt sich, daß im WAP grundsätzlich andere Designprinzipien gelten, als dies bei Internetseiten der Fall ist. Das Nutzungsverhalten läßt sich zusammengefasst als Tasking – aufgabenorientiertes Vorgehen – kennzeichnen; die Nutzer wollen nicht Surfen, sondern zielgerichtet bestimmte alltagsbezogene Probleme lösen oder an Informationen gelangen, die aktuell für die jeweilige Nutzungssituation relevant sind.
English:


Eichstaedt, Jan ; Institution: Universität der Bundeswehr, Hamburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Technique and application of measuring reaction time using Java-Applets: How to improve online marketing research by social-cognition-based measures in Web experiments."
German:
English: Without precaution Java-Applets are often too imprecise to reveal differences in reaction time. This can be settled by a new technique and gives way for measuring, e.g., implicit product attitudes by the implicit association test (IAT; Greenwald, McGhee, & Schwartz, 1998). Those and similar measures may give evidence of higher prognostic validity than classical explicit attitude measures in the field of certain product classes and market segments.

Besides the technical aspects, the present paper will present 3 evaluation studies on the achieved precision of measuring reaction time via applets. Furthermore, the paper will present first applications of the new technique in the realm of marketing research.


Frick, Andrea ; Krist, Horst ; Huber, Susanne; Reips, Ulf-Dietrich ; Institution: Psychologisches Institut, Universität Zürich
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1682)
"Intuitives Wissen über das Pendelgesetz: ein Zeitschätzungsexperiment in Labor und Web."
German: Ein Experiment zum physikalischen Alltagswissen über Pendelschwingungen wurde an der Universität Zürich zum einen mit 32 Erwachsenen im Labor und zum anderen als Online-Experiment durchgeführt. Eine dritte Gruppe bestand aus 32 Viertklässlern, die dasselbe Experiment in ihrer Schule absolvierten.
Den Versuchsteilnehmern wurden auf dem Computer-Monitor verschiedene Pendel statisch präsentiert. Die Teilnehmer hatten die Aufgabe, die natürliche Schwingungsgdauer des jeweiligen Pendels herauszufinden. Es gab dafür zwei verschiedene Aufgabenbedingungen, denen die Versuchsteilnehmer zufällig zugewiesen wurden: eine Urteils- und eine Vorstellungsbedingung. In der Urteilsbedingung wurden Schätzungen der Schwingungsdauer auf einer Ratingskala registriert; in der Vorstellungsbedingung sollten die Teilnehmer sich die Pendel dynamisch vorstellen und dabei Zeitschätzungen mittels Maustasten-Druck vornehmen (JavaScript). Die Aufgabenbedingungen unterschieden sich somit in ihrem Abstraktheitsgrad. Die bisherigen Ergebnisse haben gezeigt, dass sich die Schätzungen der Kinder von denjenigen der Erwachsenen sowohl in der Urteils- als auch in der Vorstellungsbedingung deutlich unterschieden. Im Labor und im Web wurden ähnlich konsistente Daten produziert. Auf abschliessende Fragen zur Motivation und Beurteilung des Experiments wählten die Web-Teilnehmer jedoch signifikant negativere Antworten als die Labor-Teilnehmer. Dieses Ergebnis weist darauf hin, dass die Tendenz zu sozial erwünschtem Antwortverhalten im Labor möglicherweise stärker in Erscheinung tritt als im Web.
English:


Gadeib, Andera ; Institution: Dialego Online Market Research GmbH, Aachen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1005)
"Möglichkeiten und Grenzen der Online-Forschung mit Virtuellen Realitäten – dargestellt am Conjoint Measurement im Produkttest."
German: Das Medium Internet ermöglicht die Entwicklung ganz neuer Methoden und Instrumente für die (Markt-) Forschung. Es geht folglich nicht allein darum, zu diskutieren, welche traditionellen Marktforschungsmethoden sich – mit welcher Qualität – auf das neue Medium übertragen lassen, sondern vielmehr auch um die Betrachtung der neuen Möglichkeiten. Hier bietet insbesondere die Marktforschung mit Virtuellen Realitäten online Spielraum für neue Methoden. Ausgehend von dem bekannten Conjoint Measurement wird vorgestellt, wie Produkte online mit dreidimensional dargestellten Produkten getestet werden können. Insbesondere wird der durchgängig digitalisierte und über das Internet realisierte Forschungsprozess, von der Erhebungsplattform eines Virtuellen Testlabors bis zum Online-Report, mit der Darstellung von Teil- und Gesamtnutzenwerten präsentiert. Hier werden auch die Möglichkeiten und Grenzen des Erhebungsverfahrens dargestellt.
English:


Geißler, Holger ; Müller-Peters, Horst Institution: psychonomics AG, Köln
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2035)
"Dimensionen der Wirkung von Websites – oder warum Usability allein zu kurz greift."
German: Ausgehend von Modellen der Werbewirkungsforschung wurde in einer Grundlagenstudie ein Instrument entwickelt, mit dem Websites auf ihre Wirkung beim Nutzer überprüft werden können. Eine umfassende Anzahl von psychologischen Dimensionen wurde dabei ermittelt. Beispielsweise werden auf folgenden Dimensionen Messungen vorgenommen:
* Anreiz- und Aufforderungscharakter der Website
* Wirkung auf Verhalten und Handlung
* Problemlösekompetenz bei verschiedenen Aufgaben
* Emotionaler Zustand und emotionales Erleben des Nutzers
* Design und Farbwahrnehmung
Das Instrument wurde in verschiedenen empirischen Phasen entwickelt, validiert und optimiert. Zunächst wurden in biotischen Interviews die qualitativen psychologischen Dimensionen der Website-Bewertung erschlossen. Das aufgrund der qualitativen Ergebnisse entwickelte Instrument wurde danach in quantitativen Studiointerviews optimiert. Umfangreiche Wirkungs- und Skalenanalysen wurden durchgeführt. Durch einen Methodenvergleich (online/offline, Studio, Labor/Internet) ist es für unterschiedlichste Untersuchungssituationen geeicht. Ein umfangreicher Pool an Benchmarks wurde getestet, um die Ergebnisse der einzelnen Websites vergleichbar zu machen und einstufen zu können. Es werden außerdem Ergebnisse präsentiert wie einzelne Gestaltungsmerkmale auf den Nutzer einer Website wirken. Nicht alle bedeutsamen Merkmale und Komponenten wirken in gleicher Weise: Manche Merkmale können nur negativ auf die Bewertung wirken, jedoch nicht für echtes Gefallen und Zufriedenheit sorgen (DISSATISFIER). Andere wirken genau in entgegengesetzter Weise, d.h. sie steigern im positiven Fall die Zufriedenheit, führen aber bei negativer Ausprägung nicht zu Unzufriedenheit (SATISFIER). Merkmale, die in beide Richtungen wirken, bezeichnet man als CRITICALS. Diese Einteilung ist Gegenstand der Penalty-Reward-Analyse, deren Ergebnis in Ausschnitten dargestellt wird.
English:


Göritz, Anja S. ; Institution: Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpsychologie, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 856)
"Gratifikation im Online Panel: Ein Experiment zu Art, Höhe und Stückelung eingesetzter Incentives."
German: Im Rahmen eines Gratifikationsexperiments in einem Online Panel wurden die Art der Incentivierung (Bonuspunkte oder Verlosung), die Höhe der Gratifikation (1,50 DM bis 4 DM) sowie die Stückelung der Verlosungsbeträge (50 DM- versus 100 DM-Stückelung) variiert. In allen Experimentalgruppen lag die Teilnahmequote zwischen 77 und 86 %. Bonuspunkte erzielten um einige Prozentpunkte höhere Rückläufe als Verlosungen, dabei waren bei beiden Anreizarten die jeweils ausgeschütteten Geldbeträge vergleichbar. Überraschenderweise hatte die Höhe der Gratifikation sowohl bei Bonuspunkten als auch Verlosungen keinen systematischen Effekt auf den Rücklauf. Eine ungleiche Stückelung der Verlosungsbeträge führte ebenfalls nicht zu signifikant unterschiedlichen Teilnahmequoten.
English: In an experiment, which was conducted in an online panel, the type of incentive (redeemable bonus points versus sweepstakes), the amount of gratification (DM 1,50 up to DM 4) and the portioning of the raffled money in the sweepstakes conditions (DM 50 - versus DM 100 - units) were varied. In all conditions, the participation rate varied between 77 and 86 per cent. Bonus points brought about slightly higher response rates than sweepstakes. With both types of incentives, however, the distributed total amounts of money were comparable. Surprisingly, the amount of gratification both in the bonus points and the lottery conditions did not have a systematic effect on the response rate. Moreover, a different portioning of the raffled money did not result in different response rates.


Gräf, Lorenz ; Institution: Globalpark GmbH, Hürth
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 989)
"Optimierung von WWW-Umfragen: Three years after."
German: Auf der ersten GOR 1997 wurden vom Autor des Beitrags Handlungsempfehlungen zur Gestaltung von WWW-Fragebögen vorgestellt. Diese Empfehlungen basierten auf Ergebnissen von ersten Usability-Studien, Erfahrungen mit dem Pretest-Studio und einigen groesseren WWW-Befragungen.

Seitdem sind mehr als drei Jahre vergangen. Das WWW hat sich als Befragungsplattform etabliert und mit Online-Panels wurden neue Befragungsumgebungen für kontinuierliche und ad hoc Studien geschaffen. Zahlreiche weitere Autoren haben zum Thema „Datenqualität in WWW-Befragungen“ gearbeitet. Aber auch vom Autor wurden weitere Methodenstudien durchgeführt und Material aus zahlreichen Online-Befragungen ausgewertet.

In diesem Vortrag werden die methodischen Entwicklungen der letzten drei Jahre nachgezeichnet und die wichtigsten Befunde vorgestellt. Zuletzt werden die damals aufgestellten Empfehlungen kritisch betrachtet, an die aktuelle Faktenlage angepasst und modifiziert.
English:


Größler, Andreas ; Wilhelm, Oliver ; Institution: Department of Psychology, Georgia Institute of Technology, Atlanta
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Online Testing of Business Administration Knowledge."
German:
English: Based on the observation that no test of general business administration knowledge in German language exists we decided to start developing such an instrument. Possible uses of the test are personnel selection and evaluation studies of training measures. After identifying and structuring relevant knowledge domains a first pre-test round was conducted using paper and pencil. Since December 2000, however, further pre-testing has been done online. In order to allow individually adjusted feedback, a new generator for online testing was developed. With the help of the program it is possible to send the results of each testing to the subject automatically right after he or she has submitted the answers. The subjects who have undertaken the test so far are all volunteers that came to know about the test by links on a few other web sites. Besides answering the test items, subjects have to give biographical data for reasons of validation. In past projects we have demonstrated that validity and reliability of data is not severely injured (compared to a paper and pencil version) by not having the means to control the subjects in an Internet testing. Data from this online pre-test is used to determine validity and reliability of the test. Furthermore, items can be investigated regarding difficulty, homogenity, dimensionality, and ability to be an estimate of overall test result. With the help of these measures we like to clarify possible usages of the test, for instance as a screening instrument in personnel selection. The easy access to a big number of subjects, automated individual responses for them, and the real time availability of total test results make online testing of business administration knowledge a favourable endeavour.


Hahn, André ; Jerusalem, Matthias Institution: Pixelpark AG, Berlin
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 3366)
"Internetsucht: Befunde aus vier Online-Studien."
German: Spätestens seit Erscheinen des Bestsellers "Caught in the net" von Kimberly Young (1998) wird auch in der deutschen Öffentlichkeit heftig über das Thema Internetsucht diskutiert. Zunächst dokumentierte nur die Vielzahl und die Dramatik glaubwürdiger Fallbeispiele die Ernsthaftigkeit der Problematik. Diese werden jedoch heute durch eine wachsende Zahl empirischer Studien gestützt.

Trotz unterschiedlicher diagnostischer Kriterien, Stichproben und Untersuchungsmethodiken wurden in den seit Anfang 1996 international bekannt gewordenen Arbeiten (etwa 15) übereinstimmend sehr hohe Prävalenzraten von 12 Prozent und mehr ermittelt. Insbesondere zwei methodische Mängel lassen sich in allen Studien ausmachen:
(a) keine oder mangelhafte psychometrische Messungen und
(b) mangelhafte Repräsentativität der Stichproben.
Ziel der ersten Pilotstudie war es deshalb, ein angemessenes psychometrisches Instrument zu entwickeln, die Prävalenz der Verhaltensauffälligkeit Internetsucht in der Bundesrepublik zu schätzen und sozio- und psychographische Risikogruppen zu identifizieren.

Im dreimonatigen Untersuchungszeitraum von Juli bis November 1999 beantworteten insgesamt 8851 Personen auf 30 Fragebogenseiten 158 Fragen (Ausschöpfungsquote: 71,2%). Die Stichprobe erwies sich im direkten Vergleich zu drei repräsentativen bundesdeutschen Studien nur im Hinblick auf den demographischen Faktor Alter als jünger. Zur Konstruktion des Instruments zur Erfassung der Internetsucht wurden sowohl Reliabilitätsanalysen wie auch exploratorische Faktorenanalysen durchgeführt, die zur Konstruktion von fünf partiell unabhängigen Subskalen führten:
(a) Kontrollverlust,
(b) Entzugserscheinungen,
(c) Toleranzentwicklung,
(d) negative Konsequenzen im Bereich soziale Beziehungen und
(e) negative Konsequenzen im Bereich Arbeit und Leistung.
Die gewählte Struktur des Instruments ließ sich durch eine konfirmatorische hierarchische Faktorenanalyse in einer zweiten Studie (N=1101) erfolgreich kreuzvalidieren. Hier fanden sich auch Hinweise auf eine hohe externe Validität der Skala, da hohe negative Korrelationen mit der Impulskontrolle nachgewiesen werden konnten.
Die Prävalenz der Internetsucht betrug in der Pilotstudie 3,18 Prozent. Diese Personen verbringen durchschnittlich 34 Stunden pro Woche im Internet. Betroffen sind insbesondere jüngere Männer und ältere Frauen, sowie Personen mit geringem sozialen Status. Personen ohne Lebenspartner sind doppelt so häufig betroffen wie Personen mit Lebenspartner. Internetabhängige nutzen signifikant häufiger Chat- und Kommunikationssysteme, spielen häufiger über das Netz und besuchen deutlich häufiger Erotikangebote im Netz. In den Studien drei (N=1397) und vier (N=1047) wurden mögliche personale Bedingungen wie Einsamkeit, Depressivität und soziale Konflikte, aber auch Explorationsfreude (Neugier) und Suggestibilität untersucht. Die Ergebnisse verweisen auf ein differentielles, multifaktorielles Bedingungsgeschehen (vgl. auch Hahn & Jerusalem, 2001). Diskutiert werden methodische Probleme sowie Implikationen für weitere Forschungsbemühungen.
English:


Heidingsfelder, Martin ; Bamert, Thomas Institution: Rogator AG, Nürnberg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 3279)
"Reihenfolgeeffekte bei Web-Umfragen: Ergebnisse eines Methodenexperiments."
German: Bei Internet-Befragungen werden zunehmend attraktiv gestaltete Fragebögen publiziert, die mit bunten Grafiken und hoher Interaktivität versuchen, die Teilnehmer an Umfragen für die Befragung zu motivieren und Designanforderungen des Kunden zu berücksichtigen. Neben dem inhaltlichen Interesse gilt es auch, den Befragten optisch zu begeistern. Bisher nicht bekannt ist, welche Einflüsse auf das Antwortverhalten der Teilnehmer zu erwarten sind. Seit 1997 untersucht man im Hause Rogator solche Einflüsse mit dem Ziel, Handlungsempfehlungen für Umfrageveranstalter für die Gestaltung ihrer Online-Befragungen zu entwickeln. In diesem Experiment wurden horizontale und vertikale Anordnungen von Fragen sowie verschiedene Skalenausrichtungen gegenübergestellt. Durch die unterschiedliche Darstellung von Fragen lassen sich Unterschiede im Antwortverhalten feststellen. Es wird überprüft, ob die vertikale und horizontale Darstellung von Antwortitems zu Antwortverzerrungen führt. In die Ausgestaltung des Fragebogens wurden Dr. Ulf-Dietrich Reips und Thomas Bamert von der Universität Zürich einbezogen, die sich seit geraumer Zeit mit Internet-Experimenten befassen. Durch Bereitstellung der Software und Technik sowie die Zuführung von Befragungsteilnehmern unterstützte die Rogator AG die Untersuchung. Die Untersuchung wurde aus vier inhaltlich identischen Fragebögen konzipiert, die sich in der Anordnung der Fragen vertikal und horizontal sowie in der Reihenfolge der Items unterschieden. Es wurde darauf geachtet, daß die Umfrage für jede Person ohne Vorkenntnisse beantwortbar war. Der erste Teil wurde auf soziodemografische Fragen beschränkt, während im zweiten Teil auch Beurteilungsfragen enthalten waren. Es wurden teilweise auch für die Antwortverweigerung Items an erster (oben bzw. links) bzw. letzter (unten bzw. rechts) Stelle ermöglicht. Die Untersuchung integrierte alle gängigen Fragetypen und wurde bisher von knapp 400 Teilnehmern (Stand Jan. 2001) vollständig ausgefüllt. Bei der Auswertung der Umfrage wurde auch das zeitliche Antwortverhalten der Teilnehmer berücksichtigt, was ebenfalls interessante Ergebnisse und neue Hypothesen erlaubt. Für die Grundlagenforschung zur Verwendbarkeit von Online-Umfragen zeichnen sich wichtige Erkenntnisse ab. Welche Gestaltungsanforderungen sind an Online-Befragungen zu stellen? Sollen Fragen randomisiert werden? Wie erreicht man eine hohe Datenqualität? Wie läßt sich das Antwortverhalten beeinflussen?

Die ersten Ergebnisse zeigen deutlich in die erwartete Richtung:
? Die Ergebnisse der Fragebögen weichen deutlich voneinander ab.
? Datensätze bei Online-Umfragen müssen hinsichtlich der Antwortgeschwindigkeit und hinsichtlich des Interesses der Teilnehmer überprüft werden.
? Randomisierung kann die auftretenden Effekte nur verschleiern.

Die gewonnen Erkenntnisse lassen eine Ergänzung der Aussage zu, keiner Statistik zu glauben, die man nicht selbst gefälscht hat: „Glaube keiner Online-Studie, deren Fragebogen Du nicht gesehen oder selbst erstellt hast.“
English:


Heinicke, Anett ; Schumacher Jörg Institution: Institut für Angewandte Psychologie, Klinische und Gesundheitspsychologie, Universität Leipzig
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2460)
"ComRelax – ein internet-basiertes adaptives Streßbewältigungstraining für Menschen an Büroarbeitsplätzen."
German: Problemstellung: Im Zuge der fortschreitenden Technologieentwicklung wird die Arbeitswelt
in immer stärkerem Maße durch neue Informationstechnologien bestimmt. Der Computer als
Arbeitsmittel ist aufgrund immer komplexer werdender Anforderungen im Arbeitsprozeß, die
eine Verarbeitung großer Informationsmengen in zunehmend kürzeren Zeittakten verlangen,
von zentraler Bedeutung und unersetzbar geworden. Allerdings stellt der Computer nicht nur
eine Hilfe dar, sondern kann auch selbst Quelle vielfältiger Belastungen mit möglichen
gesundheitlichen Konsequenzen sein.

Methode: Berichtet wird über die Entwicklung eines computergestützten
Streßbewältigungsprogramms für Menschen an Büroarbeitsplätzen. Das Programm nutzt dafür
Möglichkeiten des Internet, wie interaktive Websites und CGI-Scripts und ist deshalb für
jeden Interessenten mit Internetzugang und modernem Browser verfügbar.
Das Programm besteht aus einem kurzem Fragebogen zur Abschätzung des aktuellen
Belastungsgrades (Streß-Check), dessen Ergebnis dem User unmittelbar zurückgemeldet
wird. Neben dem individuellen Belastungs-Score erhält der User dabei auf seine individuelle
Situation zugeschnittene Interventionsempfehlungen. Die empfohlenen Trainingsmodule
können dabei den Bereichen Streßbewältigung, Entspannung, Augentraining, Rückenschule,
Kopfschmerzintervention sowie Arbeitsorganisation und Arbeitsplatzgestaltung entstammen.
Nach Durchführung eines oder mehrerer Trainingsmodule wird der User um die
Beantwortung eines abschließenden kurzen Fragebogens gebeten, welcher der
Programmevaluation dient. Neben den diagnostischen und interventiven Komponenten bietet
das Programm eine Vielzahl von Informationen zu Chancen und Gefahren der
Computerarbeit, möglichen Belastungen und Beeinträchtigungen sowie psychologischen
Hintergrundtheorien.

Ergebnisse und Diskussion: Es werden erste Ergebnisse der Evaluation des Programms
berichtet, die auf den Daten mehrerer hundert Teilnehmer basieren. Die Effekte des Trainings
und dessen Akzeptanz werden diskutiert. Weiterhin wird auf die Vor- und Nachteile eines
über das Internet nutzbaren Streßbewältigungstrainings näher eingegangen.
English:


Hemsing, Werner ; Institution: Globalpark GmbH, Hürth
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1305)
"Methodentest unter Einsatz von Macromedia-FLASH-Technologie."
German: Im Rahmen eines Online-Methodenexperiments wurde eine Item-Bewertungsskala variiert. Den Umfrageteilnehmern wurde die Bewertungsskala zum einen als fünfstufige HTML-Fragebogen-Skala und zum anderen als stufenlose Flash-Variante präsentiert. Der Methodentest wurde als Web-Experiment realisiert, wobei die Untersuchungsteilnehmer (N=523) randomisiert einer der beiden Bedingungen zugewiesen wurden. Sofern Probanden der Flash-Version nicht über den benötigten PlugIn verfügten, bekamen diese automatisch die HTML-Fassung des Fragebogens vorgelegt. Somit konnten soziodemographische Kennwerte und Internetnutzungsstile der „nicht Flash-Nutzer“ zu denen der Flash-Nutzer kontrastiert werden. Darüber hinaus konnten Daten zur generellen Verbreitung von Macromedia Flash in Deutschland gewonnen werden. Hintergrund dieser Studie war eine Positionierungsstudie verschiedener Online-Shopping-Portale. Folgende Fragen sollen in unserem Vortrag beantwortet werden:
(1) Wird durch den Einsatz der Macromedia-FLASH-Technologie im Rahmen von Item-Bewertungsskalen eine höhere Datenqualität erzielt?
(2) Welchen Effekt hat die gesteigerte Attraktivität des Fragedesigns auf die Teilnahmebereitschaft und auf eventuelle Befragungsabbrüche?
English:


Hesse, Friedrich W. ; Institution: Institut für Wissensmedien (IWM), Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1853)
"Lehren und Lernen im virtuellen Raum."
German: Der rasante Einfluss der Neuen Medien verändert in vielen Bereichen nicht nur das private und geschäftliche Leben, sondern auch das Lehren und Lernen. Dabei ist dieser Einfluss vom Computer und Intra- oder Internet im Rahmen der Kommunikation von Personen untereinander bereits lange schon Alltag. Anders verhält es sich bei den unterschiedlichen Kontexten von Lehren und Lernen.

Die Aufgabe von Lehren und Lernen im virtuellen Raum muss darin bestehen, die spezifischen Potentiale der Neuen Medien gezielt in Verbindung und in Ergänzung zum Präsenzunterricht und den direkten Gesprächskontakten vor Ort zu nutzen. Dadurch können Lehrinhalte medial aufbereitet angeboten werden und in höherem Masse selbstkontrolliertes und selbstgesteuertes Lernen möglich gemacht werden. Dadurch können aber auch neue Formen des Austausches zwischen Lernenden untereinander und mit Lehrenden entwickelt, die lokalen Grenzen des Raums überschritten und in Ansätzen Konzepte von Gruppenarbeit i. S. von verteiltem Wissen und dessen geteilter Nutzung ausprobiert werden.

Im Rahmen des Vortrags soll gezeigt werden, worin die spezifischen Potentiale netzbasierten Lernens liegen. Dabei wird aufgegriffen, dass Informationen auf dem Computer sich z.B. leichter interaktiv und dynamisch visualisiert aufbereiten lassen aber auch, dass das Lernszenario insgesamt sich ändern muss. Dazu gehört eine andere Haltung bei den Lehrern und eine aktivere Rolle bei den Lernern. Diese aktivere Rolle muss aber vorbereitet werden: durch die Gestaltung der Lernumwelt und die schrittweise Entwicklung selbstkontrollierten Lernens. Dazu wird das gesamte Lernszenario aus der instruktional technischen, der sozialen und inhaltsbezogenen Perspektive beleuchtet.


English:


Hildebrandt, Michael ; Meyer, Herbert A.; Janetzko, Dietmar ; Institution: Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2048)
"Das experimentalpsychologische Praktikum im Labor und WWW."
German: Die Einführung in das experimentelle Arbeiten ist ein zentraler Bestandteil der psychologischen Methodenausbildung. Der Beitrag stellt eine Initiative vor, durch die ab Sommer 2001 das technische und kollaborative Potential des World Wide Web in diesem Ausbildungsbereich nutzbar gemacht werden soll. Den Studierenden werden dazu Beispielexperimente in Web-kompatibeler Umsetzung zur Verfügung gestellt, die sie modifizieren und für ihre eigenen Projekte einsetzen können. Für die Durchführung dieser thematisch breit gestreuten Experimente sind drei Modi vorgesehen, die sich an der derzeitigen Praxis Web-unterstützten Experimentierens orientieren:
- Das browserbasierte Experiment, dessen Durchführung weitgehende dem „traditionellen“ Experiment unter Laborbedingungen entspricht. Die Technologie wird dabei als alternative Versuchsplattform eingesetzt.
- Das polyzentrale Experiment bedeutet eine kollaborative Erweiterung des browserbasierten Vorgehens. Einzelne Studierendengruppen können sich zusammenfinden und auf ein Experiment einigen, das dann von ihnen unter Laborbedingungen durchgeführt wird. Die Daten werden zentral aufgezeichnet und stehen allen Teilgruppen zur Verfügung.
- Im Web-Experiment werden „virtuelle“ Versuchsteilnehmer aus der Internet- Population angeworben und das Experiment ohne Kontrolle des Versuchsleiters an deren eigenem Rechner durchgeführt.

Der Beitrag stellt die Elemente dieser Initiative vor: ein Buch mit Beschreibungen der Experimente und Überblickskapiteln zur Einführung in das experimentelle Arbeiten und die Thematik des Web-unterstützten Experimentierens; eine CD-ROM, die Web-kompatibele Umsetzungen der beschriebenen Experimente enthält; eine Website, die das Einrichten von Gruppenaccounts und die Administration von Experimenten ermöglicht. Aspekte des kollaborativen und selbstgeleiteten Lernens sowie der Qualitätssicherung werden diskutiert.
English:


Höflich, Joachim ; Rössler, Patrick Institution: Universität Erfurt
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2257)
"Email für das Handy: SMS-Nutzung durch Jugendliche."
German: Mediale Konvergenzprozesse beziehen sich meist auf ein ‚Zusammenwachsen‘ traditioneller Massenmedien und computervermittelter Kommunikation (insbesondere von Fernsehen und PC). Seit kurzem ist allerdings auch eine ‚Verschmelzung‘ von Mobil- und Onlinekommunikation zu beobachten: Einerseits ermöglicht das Handy einen mobilen Zugang zum Internet (WAP). Neben dem Zugriff auf vielfältige Informationsangebote erlaubt andererseits der „Short Message Service“ (SMS), als eine Art ‚Email für das Handy‘, das Versenden und Empfangen von textlichen Kurzbotschaften; wobei diese Nachrichten auch vom Internet aus auf Handys (und umgekehrt) verschickt werden können. Auffällig ist in diesem Zusammenhang , dass sich die SMS-Nutzung insbesondere unter jugendlichen Handy-Besitzern besonderer Beliebtheit erfreut. Der vorgeschlagene Vortrag präsentiert Ergebnisse einer ersten Pilotstudie unter Handy-Besitzern im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Hierzu wurden im Sommer 2000 204 Jugendliche in zwei unterschiedlichen Regionen Deutschlands mündlich befragt, die in öffentlichen Einrichtungen oder an öffentlichen Plätzen kontaktiert wurden (quotiertes Sample). Die Auswertungen zeigen einerseits deskriptiv auf, wie Jugendliche mit der neuen Kommunikationstechnik umgehen – sowohl mit dem Handy als auch mit dem SMS-Dienst. Anschließend werden erste Analysen vorgelegt, die die Zusammenhänge zwischen SMS-Nutzung, Motiven für diese Nutzung und anderen Faktoren vor dem Hintergrund der Gratifikationsforschung aufzeigen. Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der Verknüpfung von SMS- und Online-Nutzung, etwa im Hinblick auf das Verschicken von SMS-Botschaften via Internet. Insbesondere lassen sich aber die Dimensionen der Mobilkommunikation nach dem Grad der Online-Nutzung differenzieren, um den Stellenwert von Handy und SMS im medialen Bukett von Onlinern und Nicht-Onlinern aufzuzeigen. Allgemein kann die Nutzung von SMS-Nachrichten im Zusammenhang einer umfassenden Medialisierung verstanden werden. Das dem Vortrag zugrundeliegende Datenmaterial wurde bislang noch nicht öffentlich präsentiert oder publiziert.
English:


Hofmann, Olaf ; Wiegand, Erich Institution: Arbeitskreis Qualitätssicherung und Qualitätsstandards in der Onlineforschung der DGOF e.V., Hürth
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1533)
"Qualitätssicherung in der Online-Forschung – Ergebnisse des Arbeitskreises der DGOF."
German: Der Vortrag behandelt die Frage, anhand welcher Kriterien die Qualität webbasierter Forschung sicher gestellt werden kann. Vorgestellt werden die Hauptergebnisse des Arbeitskreises Qualitätssicherung und Qualitätsstandards in der Onlineforschung der DGOF e.V.. Dieser Arbeitskreis formuliert in Abstimmung mit den wichtigsten Verbänden der Markt- und Sozialforschung (z.B. ADM e.V.) Qualitätsstandards und Standardisierungsempfehlungen für den Einsatz von Online-Methoden in der empirischen Markt-und Sozialforschung. Als besondere Problembereiche werden im Rahmen der Arbeitskreissitzungen bis Ende April 2001 Aufbau, Einsatzmöglichkeiten, Qualität, Abbildungsgenauigkeit von Ergebnissen, Paneleffekte und Pflege von Online-Panels behandelt. Schwerpunkte des Vortrags sind:

1) Probleme der Grundgesamtheiten, Stichprobenrekrutierung und Repräsentativität,
2) Dokumentation eines Panels (strukturelle Determinanten wie demographische, psychosoziale und andere Merkmale von Panel-Mitgliedern, Rücklaufquoten, Missings, Abbruchraten, Zeiterfassung bei der Beantwortung von Fragebögen),
3) Validierung von online-erhobenen Daten durch den Vergleich mit offline-erhobenen Daten bei äquivalentem Forschungsdesign,
4) Panel-und Incentivierungseffekte
5) Data Mining,
6) Möglichkeiten der Kommunikation mit den Panel-Mitgliedern,
7) Sicherheits-und Datenschutzbestimmungen,
8) Möglichkeiten der Einbindung von Panelbegleit-Forschung.
English:


Hoppe, Michael ; Institution: Ipsos Deutschland GmbH, Hamburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2310)
"Die Qualität von Online Panels – ein Methodentest."
German: Die Studie geht davon aus, dass f-to-f nach ADM erhobene Daten die Bevölkerung repräsentieren. Daher bildet diese Erhebung das Referenzergebnis. Wir stellen die gleichen Fragen innerhalb des Offline-Omnibusses sowohl Internet-Usern als auch Internet-Non-Usern, um den Einfluss einer Internet-Usage auf die Internet-unspezifische Fragestellung zu messen. Zudem stellen wir diesen Untersuchungsansatz verschiedenen Online Panels gegenüber, um deren Qualitäten zu vergleichen.

Die drei unterschiedlichen Arten der Online-Panel-Rekrutierung :
– offline repräsentativ = CATI rekrutiert
– online über Banner / Suchmaschine rekrutiert
– offline im Rahmen eines konventionellen Access Panels rekrutiert

Die Online-Panelteilnehmer sind demographisch vergleichbar zu den Internet-Usern aus der Offline-Omnibusbefragung (Altersgruppe 14-69 Jahre).

Alle Befragten erhalten den identischen Fragebogen, inhaltlich dem Brand Evolution von Ipsos entsprechend.

Inhaltliche Ergebnisse:

– Mappings mit den Koordinaten: (siehe Anlage 1+2)
– Power („Charakter im Vergleich zum Wettbewerb“ und „Relevanz für den Verbraucher“)
– Prominence („Ansehen im Vergleich zum Wettbewerb“ und „Vertrautheit mit
der Marke“)

– Kurvenverlauf / Profil der Mittelwerte einiger Items im Vergleich der unterschiedlichen Erhebungsmethoden

Zur besseren Übersichtlichkeit beschränken wir uns auf die Darstellung einer einzelnen, sehr bekannten Marke aus dem Food-Bereich und die Beantwortung folgender Fragen:

– Ist die Qualität oder Aussage bei online-Befragungen vergleichbar bei unterschiedlich rekrutierten Online-Paneln?
- Erreicht man mit repräsentativen f-to-f-Untersuchungsansatz vergleichbare Onliner wie über Online Panel?
– Ist das Antwortverhalten von Internetusern anders als von Internet-Non-Usern?
– Ist zur Quotenauswahl in Angleichung an eine Online-User Grundgesamtheit die
Selektierung nach den Merkmalen Alter, Geschlecht, Bildung und Ortsgröße ausreichend?
– Provoziert die Befragung über www-Fragebögen andere Ergebnisse als face-to- face oder schriftlich ?
English:


Horstmann, Gernot ; Institution: Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft, Universität Bielefeld
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1270)
"Einschätzungen von Typikalität und Häufigkeit eines mimischen Ausdrucks."
German: Die Untersuchung des mimischen Ausdrucks von Emotionen gehört zu den klassischen Gebieten der Emotionspsychologie. Hierbei wurden in der Regel als Stimuli Bilder verwendet, die einen sehr starken mimischen Ausdruck einer bestimmten Emotion zeigten. Im Unterschied dazu wird in der vorliegenden Online-Studie die Intensität des mimischen Ausdrucks in fünf Stufen zwischen einem neutralen Ausdruck und einem maximalen Ausdruck variiert. Damit sollte untersucht werden, wie Einschätzungen der Typikalität (eines Ausdrucks für eine Emotion) und der Häufigkeit (mit der ein Ausdruck bei Vorliegen der Emotion gezeigt wird) in Abhängigkeit von der Intensität des dargestellten Ausdrucks variiert. Es wird angenommen, daß die Typikalität eine monoton steigende Funktion der Intensität des Ausdrucks ist, wobei maximale Intensitäten maximale Typikalitätsurteile hervorrufen. Im Unterschied dazu sollte die Häufigkeit einen umgekehrt U-förmigen Zusammenhang zur Intensität aufweisen, wobei mittlere Intensitäten als am häufigsten auftretend eingeschätzt werden. Die Ergebnisse werden im Zusammenhang mit Theorien zur Natur und Funktion von mentalen Repräsentationen diskutiert.
English:


Jaekel, Michael ; Uhlitzsch, Manuel ; Wilkens, Rainer Institution: INRA Deutschland GmbH, Mölln, WEB. DE AG, update GmbH
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2414)
"Forschung mit dem Internet über das Internet: Positionierung von E-Mail im Wettbewerb mit anderen Kommunikationsmedien."
German: Untersuchungsanlage

Die Studie wurde im Oktober 2000 von INRA Deutschland GmbH im Auftrag der WEB.DE AG durchgeführt.

Sampling und Erhebungsmethode: Grundgesamtheit bilden private Internet-User in Deutschland im Alter ab 14 Jahren. Die Erhebung erfolgte als internetbasierte Online-Befragung im inr@quest-Access-Panel. Die Panelisten wurden at random in bevölkerungsrepräsentativen Offline-Studien rekrutiert. Befragt wurden n=1.000 Internet-User.

Zu erklärende Variable ist die Nutzung der Kommunikationsmedien E-Mail, Telefonat, persönliches Gespräch, SMS, Fax, Brief, Postkarte, operationalisiert als:
1. Nutzungshäufigkeit / aktive Mediennutzung pro Woche
2. Nutzungspräferenz in experimentell variierten Situationen

Als Determinanten(gruppen) wurden berücksichtigt:
1. Personale Determinanten (Demographie, ausgewählte Persönlichkeitsmerkmale)
2. Medienspezifisches Involvement (kognitiv, emotional)
3. Situationsmerkmale (6 Dimensionen; nur bei Zielvariable Nutzungspräferenz)

Ergebnisse

Das Erklärungsmodell ist hochsignifikant. Nutzungshäufigkeit und Nutzungspräferenz werden jeweils zu ca. 44% erklärt.

Die Mediennutzung einer Person wird entscheidend beeinflusst durch
1. die Situation, in der sich die Person befindet: Personenübergreifende Verhaltensmuster, sog. Kommuniketten, kristallisieren sich deutlich heraus.
2. das medienspezifische Involvement dieser Person.

Der direkte Einfluss demographischer und psychographischer Merkmale ist von untergeordneter Bedeutung, der indirekte Einfluss von beträchtlicher Bedeutung: ? Verschiedene Personen verhalten sich in derselben Situation ähnlich.
? Aber: Bestimmte Personen befinden sich häufiger in bestimmten Situationen.

Aus dieser Grundlage ergibt sich folgende Ist-Positionierung von E-Mail im Wettbewerb der Kommunikationsmedien: E-Mail ist ein (faszinierendes) Medium und für formale, weniger dringende Angelegenheiten des Alltags.

Ausblick

Das Marketing von E-Mail-Anbietern wird Kommuniketten und damit die Positionierung und Mediennutzung verändern:
? Neue Produkte/Features ermöglichen die Nutzung von E-Mail in weiteren Situationen.
? Die Kommunikation zielt darauf, weitere Situationen als E-Mail-geeignet wahrzunehmen.

English: Research Design

The present survey was conducted in October 2000 by INRA Deutschland GmbH on behalf of WEB.DE AG.

Sampling and methodology: The universe consisted of home internet users of 14 years and older in Germany. The survey was conducted as an internet-based online interview using the inr@quest access panel. Panelists were recruited at random in representative offline surveys. In total n=1.000 interviews were conducted.

The dependent variable is the usage of the communication media e-mail, telephone, face-to- face, SMS, fax, letter, postcard, operationalised as:
1. Frequency of usage / active media usage per week
2. Usage preference in experimentally varied situations

The following (groups of) determinants have been taken into account:
1. Individuum: Demography, personality
2. Media-specific involvement (cognitive, emotional)
3. Chracteristics of the situation (6 dimensions; only for the variable ’usage preference’)

Results

The explanatory model is highly significant. Frequency of usage and usage preference were each explained to a degree of approx. 44%.

Media usage is fundamentally influenced by:
1. the situation in which a person happens to be: clear global behaviour patterns, so-called communiquettes emerge.
2. the media-specific involvement of that person.

The direct influence of demographic and psychographic characteristics is only of secondary importance, whereas their indirect influence does have considerable significance:
? Different people react to the same situation in similar ways.
? But: certain people are liable to find themselves in certain situations more often.

On the basis of the above, the current positioning of e-mail in the competitive world of communication media is as follows: e-mail is a (fascinating) medium, and is for the formal, less urgent matters in everyday life.

Prognosis

E-mail providers‘ marketing strategies will modify the communiquettes and thus alter both positioning and media usage:
? New products/ features will enable e-mail to be used in more situations.
? Communications will focus on making consumers perceive more situations as being appropriate for e-mail usage.


Janetzko, Dietmar ; Institution: Institut für Informatik und Gesellschaft, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2579)
"Web-Mining mit Bayes-Netzen."
German: Bayes-Netze bzw. Bayesian Belief Networks (BBNs) zählen zu den wichtigsten Methoden bei der Auswertung und Verarbeitung unsicheren Wissens. BBNs stellen eine Weiterentwicklung des auf der Bayes-Regel beruhenden Mechanismus‘ zur Verknüpfung unterschiedlicher Informationen dar, die hauptsächlich auf die Arbeiten von Judea Pearl in den 70ern und 80ern zurückgeht. Die grafische Komponente von BBNs trägt mit dazu bei, dass damit auch Fragestellungen in komplexen Anwendungen auf elegante Weise bearbeitet werden können. Dazu zählen insbesondere die Mensch-Computer-Interaktion (beispielsweise beruht die Benutzermodellierung in MS Office auf BBNs) und die medizinische bzw. technische Diagnostik. Zahlreiche z.T. auch frei verfügbare Softwarewerkzeuge (in funktionsreduzierter Version frei ist z.B. Hugin, http://www.hugin.com) erleichtern die praktische Arbeit mit BBNs. Die Bearbeitung einer konkreten Fragestellung erfolgt bei BBNs über eine geeignete Auswahl und Codierung der in Betracht gezogenen Variablen. Dies gilt selbstverständlich auch für andere (statistische) Untersuchungsmethoden, kann im Falle der BBNs aber unterstützt durch die grafische Komponente, die die Topologie des Bayes-Netzes illustriert, erfolgen.

Für die Auswertung von Logfiles bieten BBNs verschiedene Möglichkeiten bei empirischen Untersuchungen an, die einerseits Analysen von Web-Sites (z.B. Web-Mining, Usability-, What-If-Untersuchungen, Wissensmanagement etc.), andererseits aber auch Analysen von Benutzern (z.B. Gruppenvergleiche) betreffen. Anders als die meisten anderen Methoden zur Verarbeitung unsicheren Wissens (z.B. neuronale Netze) ist es bei BBNs einfach, zusätzliche bzw. aus verschiedenen Quellen stammende Informationen in das Verarbeitungsmodell aufzunehmen. Bezogen auf die Untersuchung von Logfiles mit BBNs bedeutet dies, dass das verwendete Modell problemlos um Informationen aus Inhaltsanalysen einzelner HTML- Dokumente oder um Daten aus Zeitmessungen (z.B. via Perl, JAVA oder JavaScript) erweitert werden kann.

Gegenstand des Beitrags sind beispielhafte empirische, über BBNs realisierte Untersuchungen von Web-Sites einerseits und Benutzern andererseits, die die oben angesprochenen Perspektiven für den Einsatz dieser Methode in der Online-Forschung veranschaulichen. In diesem Rahmen wird ein Perl-Skript vorgestellt, das Logfile-Dateien beliebigen Formats in Dateien überführt, die sich in Werkzeuge für BBNs einlesen lassen
English:


Jonas, Kai J. ; Institution: Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2211)
"Stereotypentwicklung in cvK"
German:

Eindrucksbildungsprozesse könnten in der computer-vermittelten Kommunikation (cvK) Mediembeschränkungen unterliegen. Diese Sichtweise wurde in der frühen Forschung (Reduced Social Cues, Sproull & Kiesler, 1991) vertreten. Neuere Perspektiven gehen trotz der relativen Reizarmut von der face-to-face Kommunikation ebenbürtigen oder hyperbolisierten Prozessen aus (Hyperpersonal Perspektive, Walther, 1997). Dabei wurden jedoch noch nicht klassische Eindrucksbildungsprozesse, wie die SFP und insbesondere die Entwicklung von Stereotypen untersucht.

In diesem Vortrag sollen Studien und Ergebnisse zur Eindrucksbildung in der cvK zusammengefasst werden und Aufklärung zu dem Befund der Hyperpersonal Perspective liefern, dass Eindruckbildungsprozesse in der cvK immer einen hyperbolisch positiven Verlauf nehmen. Zudem gilt es zu prüfen, ob das Modell durch die SFP bereits hinreichend erklärt werden könnte. Es werden vier Studien sowohl aus interpersonaler als auch aus intergruppaler Perspektive berichtet.

In der ersten Studie zur SFP konnten keine systematischen Ergebnisse hinsichtlich der Frage nach der hinreichenden Erklärung der Hyperpersonal Perspective erzielt werden, was auf Medienspezifika und die Frage nach der Universalität des SFP-Phänomens zurückzuführen ist. Jedoch wurde die Hyperpersonal Perspective nicht bestätigt. In der Folgestudie konnten die relevanten Ergebnisse repliziert werden und weitere Befunde deuten auf differenzierte Prozesse der Eindrucksbildung hin.

Dieses Ergebnis konnte auch durch die Studien im intergruppalen Setting bestätigt werden. Bereits mit marginaler Informationsmenge über eine outgroup bildet sich ein konsensual geteiltes Wissen über diese Gruppe. Je nach Bedingungsvariation (Stimmung und Kategorisierung) kann dieser Prozess in bezug auf die Negativitätseinschätzung beeinflusst werden.

Die Ergebnisse liefern ein differenziertes Bild zur Eindrucksbildung in der cvK und legen eine auf spezielle Settings beschränkte Gültigkeit der Hyperpersonal Perspective nahe.


English:


Kreuels, Bernd ; Paßmann, Jessica Institution: Lehrstuhl für Marketing, Universität Dortmund
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2514)
"OSAC 2.0 (Online Survey Access Control): Webbasierte Steuerung einer Online-Befragung"
German: Bei empirischen Untersuchung ist es üblich, mit Teil- statt Vollerhebungen zu arbeiten. Das bezüglich der Inferenzstatistik optimale Auswahlverfahren, die Zufallsstichprobe, ist bei großen Grundgesamtheiten mit unbekannten Verteilungsparametern (z.B. Wähler einer Partei) im Internet aus technischen Gründen unmöglich, da weder vollständige und aktualisierte E-Mail-Verzeichnisse existieren noch Algorithmen, wie das Random-Digit-Dialing (RDD) bei telefonischen Erhebungen, einsetzbar wären. Allenfalls bei kleinen Grundgesamtheiten mit bekannten Verteilungen (z.B. Kunden- oder Mitarbeiterbefragungen) sind sowohl Vollerhebung als auch Zufallsauswahl möglich; sind gepflegte Adressdatenbanken verfügbar, so ist OSAC2.0 hier einsetzbar. Ansonsten wird im Rahmen von (kommerziellen wie akademischen) Adhoc-Erhebungen aus Zeit- und Kostengründen häufig mit willkürlichen Auswahlen (selbstselektierten Stichproben) gearbeitet, mit den hinlänglich bekannten Problemen. Als Ausweg bietet sich eine bewußte Auswahl nach dem Quoenverfahren mit Hilfe von Online-Access-Panels an, was eine weitere typische Anwendungssituation für OSAC2.0 darstellt.

Um die empirische Feldphase zu steuern, insbesondere die Einladung von Probanden, die Berechnung des Non-Response' und den Ausschluß von Mehrfachantwortern, wurde das Software-Tool OSAC 2.0 ("Online Survey Access Control") mit folgenden Spezifikationen entwickelt und getestet:

Generierung von zehnstelligen Logins (Paßwörtern) mit ASCII-Code (Zahlen, Buchstaben, groß-/kleinschreibungssensitiv), somit auch bei großen Stichproben fast unmöglich zu erraten;

Automatische Generierung von Einladungs-E-Mails mit einleitendem Text und Hyperlink zum paß-wortgeschützten Online-Fragebogen, wobei das Login bereits in der URL integriert ist;

Adressen werden automatisch aus einer Adressdatenbank ausgelesen;
Steuerung über ein Webformular; hier wird auch der Text der E-Mail verfaßt;
Der Fragebogen liegt in einem paßwortgeschützten Bereich, beim Zugriff wird über ein PHP-Skript das Login verifiziert;
Das erforderliche Skript zum Übertragen der eingegebenen Daten in eine Ausgabedatei wird au-tomatisch erzeugt.

Abweichungen der früheren Version OSAC 1.0:

Einladung per Brief statt per E-Mail, falls die benötigten E-Mail-Adressen nicht vorliegen;
Nutzung einer kurzen Redirect-URL, um den Medienbruch möglichst zu entschärfen.

Geplante Erweiterung (OSAC 3.0):

Portables Format, Anpassung an andere Server-Konfigurationen.
English: For empirical studies, researchers usually work with samples rather than with censu-ses. The most powerful sampling method in terms of inference statistics is random sampling; for large populations with unknown distribution parameters (e.g. voters of one party), however, it is not applicable on the internet for technical reasons, since neither complete and updated directories nor any algorithms, like RDD for telephone interviews, exist. Only for small known populations (e.g. customer or employee sur-veys), both random sampling and census can be done; when address data bases of such respondents are available, OSAC2.0 can be used for these purposes. Otherwi-se, commercial like academic adhoc surveys often work with self-selected samples because of financial and time restraints, resulting in well-known biases. As a solution to such distorted sampling frames, nonprobability samples (quota) can be used by means of online-access-panels, another typical application for OSAC2.0. To control the phase of data collection - particularly the invitation of respondents, the calculation of nonresponse, and the disqualification of multiple submissions -, this software tool OSAC2.0 ("Online Survey Access Control") has been developed and tested, containing the following features:

generating ten-digits logins (passwords) from ASCII-code (numbers, letters, case-sensitive), thus almost impossible to be guessed even for large samples;
automatically generating invitation e-mails, with an introductory text and a hyperlink to the pass-word-protected web-questionnaire, the login already being integrated into the URL;
reading addresses from a data base;
controlling by means of a web form, where also the text of the e-mail can be edited;
restricting access to the password-protection questionnaire by verifying each login through a PHP-script;
writing the script that is required to write submitted data to the output file.

Modification from an earlier version OSAC 1.0:

invitation by snail mail instead of e-mail, if the required e-mail addresses are not available;
use of a short redirect-URL, to alleviate media disruption.

Plans for further extensions (OSAC 3.0):

portable format, adjustment to different server configurations.


Lam, Scarlett Li ; Myers, John G. Institution: Department of Marketing, University of California at Berkeley
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Measuring Web Site Personas."
German:
English: Many firms have spent millions of dollars directing customers to their sites, but few effectively manage their brands in the new electronic shopping environment. A major challenge is how to communicate a coherent brand identity both online and offline. Most Internet studies today classify sites by their functions or product categories. The social and affective dimensions of online brand identity are often neglected.

In this study we propose a new construct, Web site personas, to classify Internet sites and evaluate their dimensions using a factor-analytic approach. Web site persona is defined as the set of human characteristics that comes to mind when consumers encounter or recall a site. Drawing from literature in psychology, marketing, and human-computer interaction, we develop and test a multi-item psychometric scale across seven heterogeneous Internet site categories (e.g., automobile, travel, computer, apparel), eight brands (e.g., Honda, American Express), three design orientations (utilitarian, hedonic, mixed), and different user populations (students, Web designers, general Internet users).

Among our major findings are the following: (1) Consumers may form spontaneous Web site persona inferences based on their interactions with a site; (2) the 42-item Brand Personality Scale (Aaker 1997), a comprehensive and popular scale on measuring brand personality in marketing, may not be adequate in fully representing the diverse impressions that consumers form about brands online; (3) Web site personas may have structural dimensions analogous to the Big Five models in human personality. Results on the scale‘s content validity, test-retest reliability, construct validity, and generalizability will be reported. The antecedents of Web site personas will also be discussed.

From a managerial perspective, the Site Personas Scale is useful for planning, communicating, and evaluating the consistency of a brand‘s online and offline identities. From a theoretical perspective, this scale provides a valid, reliable and generalizable metric to classify sites for theory development.


Leaning, Marcus ; Institution: Department of Media Arts, University of Luton
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"New Media and the Post-Human Self: An alternative account of the relationship of technology to the individual in the self encountered in interpersonal communications using new media."
German:
English: Previous accounts of identity, self and subject within new media interpersonal communications technologies (e.g. chat rooms and newsgroups) have failed to acknowledge the contribution of technology to the way the individual encountered is structured. This paper proposes an alternative account of the self encountered in new media that recognises the contribution of technology to the self.

Firstly, a Latourian reading of Internet communications technology is proposed in which the characterisation of technology as a tool is challenged. Instead it is argued that technology has to be understood as a network of both human and technological actors. The interactions between human and technological actors involve the relegation of human agency through ’delegation‘ to technological agency in the control of the individual. The use of technology is understood as submersion within a set or network of social practices.

Secondly, the manner in which technology as a set of social practices reflects upon us and in turn configures our subjectivity and action is examined. Here social practices are seen in a Giddensian fashion as both ’restrictions and resources‘. The way in which our conscious action is enabled and structured by our immersion within technological systems is considered.

Thirdly, it is proposed that as human aspects of the self are relegated and technological aspects promoted then the self encountered in new media must be described as post-human.


Lengler, Ralph ; Reips, Ulf-Dietrich Institution: Universität Zürich
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"WWW-based IQ testing with speed components."
German:
English: To our knowledge, there hasn´t been conducted any research on speed-intelligence tests (such as the d-2) adapted to the internet. Using a password, IP check, and e-mail routine, we tested 1089 WWW-recruited participants for cognitive capacity (fluid intelligence test) and for speed (speed-intelligence test). The first goal was to validate the speed section of the BIS-4 (Jäger & Süss, 1997) test on the internet. Participants were, after controlling for cognitive capacity, with a mouse 10-15% (depending on the test) slower than the usual speed with paper and pencil.
Furthermore, we compared the test results produced by different user groups, such as users referred from university related sites as well as participants coming from test-yourself portals. Users who were recruited from non-university sites differ significantly from the university population, but still have a higher than average education and IQ-level. Notebook users‘ results differed from those by desktop users, and heavy and rare internet users appeared to differ in type of usage of the visual cues presented on the screen. There is also evidence for browser- and operating system- specific differences in the test results. It will be discussed whether the observed test score differences speak against feasibilty of WWW-based IQ testing or if they can be traced to personality differences.


Lobin, Daniela ; Kreuels, Bernd Institution: Lehrstuhl für Marketing, Universität Dortmund
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1260)
"Nutzungsmotive, Erwartungen und Zufriedenheit von Mitgliedern einer Virtuellen Community."
German: Virtuelle Communities werden häufig als ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Electronic Commerce beschrieben. Bisher liegen jedoch weder eine einheitliche Definition für VC‘s noch empirische Erkenntnisse über deren Erfolg vor. Wie in einer vorausgehenden Delphi-Studie ermittelt, handelt es sich bei VC‘s aus Expertensicht nicht um eine temporäre Modeerscheinung im Internet, sondern um ein strategisches Element im E-Commerce. Der Erfolg hängt dabei von der Nutzerbereitschaft zur Interaktivität ab. Als Hauptmotive einer Mitgliedschaft werden das Interesse am Themenschwerpunkt, der Austausch mit Gleichgesinnten und der Aufbau von Beziehungen gesehen, während sich der größte Nutzen für die Organisatoren von VC‘s aus der Kaufkraftaggregation homogener Zielgruppen ergibt, was ein One-to-one-Marketing mit hoher Zielgenauigkeit ermöglicht. Gegenstand des darauf aufbauenden Projekts ist eine Untersuchung der tatsächlichen Nutzungsmotive, Erwartungen und Zufriedenheit von Mitgliedern einer VC; weitere erwartete Ergebnisse umfassen u.a. Aussagen über die Kundentreue, geplante (Wieder-) Kaufraten etc. Dazu wird eine Online-Befragung von Mitgliedern einer VC durchgeführt.
English:


Lossau, Norbert ; Institution: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2626)
"The Digitization Center (GDZ) of Göttingen State and University Library: bringing primary (print) resources online."
German: Das Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) wurde im Frühjahr 1997 gegründet und ist – neben dem Zentrum der Bayerischen Staatsbibliothek in München – als überregionale Service- und Kompetenzeinrichtung im Bereich der Digitalisierung für deutsche wissenschaftliche Bibliotheken und akademische Einrichtungen im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig. Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist das GDZ mit der Definition und Koordination nationaler Standards im Bereich der Digitalisierung beauftragt. Neben dem Test von Werkzeugen und Techniken zur Digitalisierung und Volltexterfassung werden Lösungen im Bereich der Erschließung, der Dokumentenverwaltung und der Online-Bereitstellung angeboten.

Die Arbeit des GDZ basiert auf eigenen intensiven Erfahrungen, die bei der Durchführung von Digitalisierungsprojekten verschiedenster Materialien aus den Beständen der SUB Göttingen gewonnen wurden. Ausgerüstet mit einer leistungsfähigen technischen Infrastruktur, gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur, wird die Digitalisierung im GDZ selbst und ggf. ergänzend in Kooperation mit externen Dienstleistern durchgeführt. Die digitale Konversion unterschiedlicher Bibliotheksmaterialien sowie die Dokumentenverwaltung und Online-Bereitstellung bilden Schwerpunkte der Aktivitäten des GDZ. Die Berücksichtigung internationaler Standards bei der Digitalisierung umfaßt auch den Bereich der Dokumentenbeschreibung, für den bereits in einem frühen Stadium (1998) RDF (Resource Description Framework) in XML ausgewählt und softwaretechnisch als Import- und Exportformat für ein neues Dokumenten Management System AGORA implementiert wurde. Der Dokumentenserver des GDZ der SUB Göttingen bietet heute (Stand: Januar 2001) über 1.500 Werke mit weit über einer 1/2 Mio Seiten (Images) online frei zugänglich an. Den bestehenden Hauptsammlungen (Reiseliteratur 18./19. Jh., frühe Nord-Americana und mathematische Literatur) folgen sukzessive neue digitale Sammlungen (Wissenschaftsgeschichte 18./19. Jahrhundert, Autobiographica, „Göttingische Gelehrte Anzeigen“ /GGA, 1739-1892/ und ausgewählte Materialien aus der Asch-Sammlung der SUB Göttingen).

Der Vortrag gibt einen detaillierten Überblick über den aktuellen Produktionsprozess im GDZ und demonstriert Sucheinstiege und Möglichkeiten für den Online-Zugriff auf die digitalisierten Dokumente.
English: The Goettingen Digitisation Centre (GDZ) was established in 1997 and acts – together with the Bavarian State Library in Munich – as national supply Centre for German libraries and academic institutions in the field of digitisation. Funded by the Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) the GDZ is charged with co-ordinating national efforts towards standardisation and is engaged in testing and providing tools and techniques for image capture and text conversion, bibliographic description, document management, and the provision of online access to digital collections. The work of the GDZ is based on intensive practical experiences in a number of digitisation projects for the Goettingen State and University Library. Equipped with a strong technical infrastructure, financed by the Lower Saxony State Ministry of Science and Culture, the digital conversion process works in-house as well as in co-operation with external vendors. Beyond image capture for various original material and OCR-processing the Document Management and online access is one focus of interest for the GDZ. Trying to follow international standards in all fields of the digitisation process the new metadata format for electronic documents, RDF (Resource Description Framework) in XML, was in 1998 applied by the GDZ and works now as import- and export-format for the new Document Management System (DMS) AGORA. The Document Server of the GDZ holds (January 2001) more than 1.500 volumes with more than a 1/2 Mio pages/images from different collections (e.g. travel books and early North-Americana, Mathematics). The lecture gives a detailed overview about the current production process at the GDZ and demonstrates ways of online access to digitised documents.


Maisch, Susanne ; Institution: EarsandEyes GmbH, Hamburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1316)
"Kids, das schwarze Loch der Marktforschung."
German: Der Vortrag thematisiert die ungeheuere Schwierigkeit, zu den aktuellen Einstellungen und Vorstellungen der Kids vorzudringen. Marktforschung über Kinder kann mit den etablierten Instrumenten nur eine Blitzlichtaufnahme sein, die nach der Entwicklung der Aufnahme bereits veraltet ist. Hier ermöglicht das Internet das Betreten eines bisher dunklen Raumes: Das Internet ist Freund der Kinder, nicht Autorität, nicht erwachsener Interviewer.

Die Ergebnisse der Forschung durch EARSandEYES Webresearch werden vorgestellt.

Stichpunkte:

Parallel zur Welt der Erwachsenen, verborgen vor dem Einfluss der Eltern, entwickeln die Kinder ihre eigenen Wertevorstellungen und Markenpräferenzen. Genährt durch die Peergroups und die Informations- und Kommunikationsquelle Internet.

Der Einfluss des Computers ist größer als vermutet, denn die Kids nutzen ihn in anderem Masse als wir Erwachsenen.

Marken sind in vielen Feldern zu Kommunikationsruinen geworden, Muster ohne Wert.

Werbung ist kritisch betrachtetes Spaßmedium.

Texte als Informationsquelle sind out.

Das Internet ist bereits so selbstverständlich wie das Fernsehen, die Kids wollen Informationen über ihre Marken und diese auch hier gleich bestellen.

u.v.m.


English: The speech concerns the incredible difficulties that arise while trying to reach the kids current attitudes and ideas. Market-research about kids can, carried out with the established instruments, only be like a flash-light photo, that has already become out-of-date, when the picture is developed. The Internet gives us the chance, to enter a room that was forever dark before here: The Internet is a friend of the kids, not an authority, not a grown-up interviewer.

The results of the research done by EARSandEYES are presented.

Notes:

Parallel to the world of the grown-ups, hidden before the influence of the parents, the kids develop their own moral concept and preferences concerning brands. Nourished by the peer-groups, and the source for information and communication, the Internet.

The influence of the computer is larger than assumed, as the kids use it in a different measure than we grown-ups do.

Brands have turned into ruins for communication in a lot of fields, worthless patterns.

Advertising is a critically observed fun medium.

Texts used as sources of information are out.

The Internet is already as common as TV, the kids are looking for information concerning their brands and want to order them here immediately.

And much more....


Mangold, Roland ; Institution: Lehrstuhl Psychologie III, Universität Mannheim
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1594)
"Netzgestützte Trainings – the best of both worlds?"
German: Erst die Integration von Wissensvermittlung und Kommunikation in einem Medium bietet die Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung von virtuellem Gruppenunterricht im Internet. Reine virtuelle Seminare haben jedoch bei Unterrichtsformen ihre Grenzen, bei denen es insbesondere um die Vermittlung von Handlungswissen und Sozialkompetenzen geht, z.B. bei Präsentations-, Moderations- oder Kommunikationstrainings. Allerdings zeigt eine Analyse solcher Trainings, dass auch hier bestimmte Lehrinhalte in Form des Teleteachings vermittelbar sind: durch eine der Präsenzphase vorgeschaltete Netzphase kann das eigentliche Training den Voraussetzungen der Teilnehmer/innen besser angepasst werden, und die Teilnehmer/innen bringen zum Präsenztraining ein themenrelevantes Vorwissen mit. Erfahrungen mit mehreren netzgestützten Präsentationstrainings zeigen, dass wichtige Teilkompetenzen webbasiert trainierbar sind (durch das Durcharbeiten von Webdokumenten, durch die Bearbeitung von Aufgaben, durch die Beurteilung von positiven und negativen Beispielen und durch das Geben von Feedback zu den Lösungen anderer); auf diese Weise wird die Präsenzphase entlastet und vorbereitet. Durch die Verkürzung der erforderlichen Präsenzzeiten und durch das eigengesteuerte Arbeiten konnte die Zufriedenheit der Teilnehmenden erhöht werden. Allerdings sind, wie bei anderen Web-Based-Trainings auch, bei dieser Lehrform insbesondere in der Netzphase gewisse Vorsichtsmaßnahmen zu beachten, um den Lernerfolg abzusichern.
English:


Matzat, Uwe ; Institution: Interuniversity Center for Social Science Theory and Methodology (ICS), Department of Sociology , University of Groningen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Social network effects as stimuli for active user participation in electronic groups? An empirical test of different theories with the help of academic Internet Discussion Groups. "
German:
English: Electronic groups like online-communities or mailing lists face the problem that during a discussion often only a very small minority of members actively participates. Passive members profit from the information exchange even if they withhold their own information contribution. For the management of an electronic discussion it is useful to know which incentives there are for active participation to ensure an efficient information transfer. Active user participation is the key to increase user satisfaction and member stability in different kinds of electronic groups. In the literature there are two answers to this question. One stream of research argues that the hope for a reciprocal exchange of information provides incentives for active participation (Thorn & Connolly, 1987, 1990). Other researchers claim that social networks that exist outside of the Internet could provide incentives for online-communication (Kollock, 1998; Wellman, 1996, 1997). However, at the moment it is unclear through which mechanisms social offline-networks could stimulate online-communication and whether such mechanisms have any impact at all. The paper tries to fill this gap. It specifies how social networks could stimulate active discussion participation. Moreover, it presents first results of empirical tests to find out whether social incentives stimulate active online-participation. The paper makes use of the data of the communication behaviour of researchers in about 50 academic Internet Discussion Groups, so-called mailing lists, combined with questionnaire data as examples for electronic groups which usually are regarded as information oriented.


MacElroy, William H. ; Institution: Modalis Research Technologies, Inc., San Francisco
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"How The Internet Will Kill Three Of The Four Ps Of Marketing (And How Market Research Will Be Subsequently Changed Forever)."
German:
English: Most marketers are familiar with the "Four Ps" of Product, Placement, Promotion and Price (McCarthy, Kotler, et. al.). Indeed many papers have been written about how these fundamental concepts are being transformed by the Internet. This paper, on the other hand, will discuss how advanced technology is beginning to erase the traditional process of the Four Ps and how these changes may affect the marketing research industry.

The traditional process may involve a number of steps including: Problem identification, Research objectives and design, data collection, analysis, recommended actions, management consideration and, finally, action in the form of broad policy implementation.

The Internet, however, is creating what Thomas Kuhn (1962) would refer to as a "technological period of foment and discontinuity." The process, which used to take months, is now being conducted in milliseconds. The formation of policy is being replaced by instantaneous one-to-one modeling capabilities. All of these trends will lead to a major upheaval in the way the business of marketing research is conducted.

This paper will show how advances in Web transactional technology will reduce many of the traditional Four Ps activities to a fraction of their original definition and scope. The major conclusion is that the only "P" that will be enhanced in importance in the new economy will be "placement" (or distribution.) Conclusions will be supported by results from a survey among leading Internet technology decision makers from around the world.


Müller, Andrea ; Jonas, Kai J.; Boos, Margarete Institution: Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie, Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2194)
"Modellfreie Erhebungsverfahren im Internet am Beispiel von Cognitive Mapping Studien."
German: Modellfreie Erhebungsverfahren gehören in der kulturvergleichenden Psychologie, der Wissenspsychologie und in nicht-psychologischen Disziplinen wie der kognitiven Ethnologie zu den Standardinstrumenten. Dort werden sie jedoch aufgrund struktureller Anforderungen mittels paper & pencil oder im Laborsetting eingesetzt. In der Forschung zur kognitiven Kartierung von semantischen Domänen, z.B. Begriffsmengen, lassen sich diese Verfahren ebenfalls sinnvoll einsetzen. Die Stichprobenart (große, teilweise repräsentative Stichprobenziehung außerhalb des Labors, Zeitknappheit, Messwiederholungsproblematik) in diesem Forschungsfeld macht jedoch eine Vereinfachung des Instrumenteneinsatzes unter Beibehaltung der strukturellen Anforderungen (Linearität der Befragung, Datenreduktion per BIBD, Randomisierung) notwendig.

In zwei Studien zum Cognitive Mapping von Marken, d.h. Konzeptualisierung der Marke im Sinne der sozial geteilten semantischen Domäne, wurden die Teilschritte der Stimuluspräsentation, des Freelistings von Begriffen und deren Bewertung, sowie die Ähnlichkeitsanalyse mittels eines Triadentests unter balanced-incomplete-block-design-(BIBD)-Bedingungen in Fragebögen im Internet umgesetzt. Den Erhebungsanforderungen entsprechend wurden Stichproben in Höhe von N=48 und N=108 gezogen.

Die Ergebnisse zeigen für das Freelisting den gleichen Umfang und die gleiche Reichhaltigkeit der Begriffe wie in offline-Untersuchungen. Bekannte Nachteile des Verfahrens (Dubletten, Befragungssensibilität der Stichprobe) bleiben konstant. In der Ähnlichkeitsanalyse per Triadentest gleicht das Ergebnismuster ebenfalls den offline-Daten. Auch intragruppale Konsenskennwerte fallen im Vergleich zu der offline-Erhebung nicht ab.

Die Daten lassen den Schluss zu, dass sich das Erhebungsverfahren unproblematisch online durchführen lässt und gleichzeitig eine Vereinfachung einhergeht (elektronisches Datenformat, Erhebung von großen Stichproben, Softwareunabhängigkeit). Dies stellt eine solide Grundlage für eine weitere Verbreitung modellfreier Erhebungsverfahren beispielsweise in der Marktforschung dar.
English:


Müller-Peters, Anke ; Kern, Oliver ; Geißler, Holger Institution: imafo GmbH, Bochum
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1654)
"Die Wirkungsweise unterschiedlicher Incentivierungssysteme auf Rekrutierungserfolg und Stichprobenqualität."
German: Der Incentivierung von Panelteilnehmern werden die positiven Effekte zugesprochen den Rekrutierungserfolg zu erhöhen und die Panelmortalität zu verringern. Kritisch diskutiert wird allerdings die Frage, welche Höhe und welche Form angemessen ist, um verzerrende Effekte der Incentivierung zu vermeiden. Sozialpsychologische Experimente in anderen Zusammenhängen kommen beispielsweise zu dem Ergebnis, dass Verhaltensweisen, die großzügig belohnt werden, nicht mehr um ihrer selbst Willen, sondern wegen der Belohnung auftreten. Inwiefern solche Effekte auch beim Antwortverhalten von Online-Fragebögen auftauchen, wird durch ein experimentelles Design überprüft, welches bei der Offline-Anwerbung von Panelisten unterschiedliche Incentivierungssysteme einsetzt. Variiert wird
1. die Höhe der Belohnung,
2. die Form (Gutschein versus Geld) und
3. die Sicherheit der Belohnung (Verlosung vs. Incentivierung jedes einzelnen Teilnehmers).
Der oben aufgerissenen Fragestellung wird in zweierlei Hinsicht nachgegangen. Zum einen wird untersucht, ob sich das Incentivierungssystem auf die Quantität der geworbenen Panelisten auswirkt. Zum anderen wird untersucht, ob sich die Gruppen der mit den verschiedenen Belohnungen angeworbenen Panelteilnehmer qualitativ unterscheiden. Neben Soziodemographischen Merkmalen, werden psychologische Variablen wie zum Beispiel die Preisorientierung verglichen. Als Indikator für die Motivation der Befragten werden weitere Variablen wie z.B. die Bearbeitungsdauer eines Fragebogens, der Umfang der offenen Antworten etc. erfasst.
English:


Musch, Jochen ; Ehrenberg, Katja; Mierke, Jan Institution: Psychologisches Institut, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 789)
"Web-Experimente zum ersten Eindruck in der Personenwahrnehmung."
German: Bei der Personenwahrnehmung haben die ersten Informationen einen besonders starken Einfluß auf den resultierenden Eindruck; in der Sozialpsychologie wird dieser Effekt des ersten Eindrucks auch als "Primacy-Effekt" bezeichnet. Um den Effekt des ersten Eindrucks zu untersuchen, wurden Web-Experimente im Paradigma der seriellen Eigenschaftsdarbietung durchgeführt. Dabei zeigten sich Primacy-Effekte sowohl auf der Valenz- als auch auf der Maskulinitäts- Femininitäts-Dimension. Diese werden vor dem Hintergrund von Theorien diskutiert, die unterschiedliche psychologische Mechanismen für die Dominanz des ersten Eindrucks verantwortlich machen. Durch unterschiedliche Instruktionen können die konkurrierenden Theorien gegeneinander getestet werden.
English: First information has a particular strong influence on person perception. In social psychology, this effect of the first impression has been called "primacy effect". To investigate the effect of the first impression, web experiments in the paradigm of serial trait presentation have been conducted. Primacy effects on the valence dimension as well as the masculinity-femininity-dimension were observed. These effects are discussed with respect to theories proposing different psychological mechanisms for first impression effects. By manipulating instructions, the competing theories can be tested against each other.


Naumann, Johannes ; Institution: Psychologisches Institut, Universität zu Köln
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2373)
"Kontexteffekte bei der Online-Messung computerbezogener Einstellungen."
German: Das Auftreten von Kontexteffekten bei der Messung von Einstellungen ist in den letzten zwei Jahrzehnten verstärkt erforscht worden. Kontexteffekte sind ein bei der Einstellungsmessung ubiquitäres Phänomen, das einerseits eine Störquelle darstellt, andererseits aber auch geeignet ist, die Repräsenatation von Einstellungen zu klären. In der vorliegenden Untersuchung soll mit Hilfe von zwei Online-Studien zunächst die Repräsentation der Einstellung zum Computer durch den Nachweis von (Assimilations-)Kontexteffekten geklärt werden. Hierzu wird der "Fragebogen zur inhaltlich differenzierten Erfassung computerbezogener Einstellungen" herangezogen, der Einstellungen als semantisch qualifizierte Überzeugungen konzipiert und dessen acht Skalen sich auf unterschiedliche Klassen von Überzeugungen bezüglich der Computertechnologie beziehen. Kontexteffekte sind hier besonders dann wahrscheinlich, wenn einem (target-)Item Items vorangehen, die der gleichen Überzeugungsklasse zuzurechnen sind wie das Target. In einem zweiten Untersuchungsschritt wird gezeigt, daß auch für Computereinstellungsskalen, die auf dem klassischen Einstellungskonzept (Einstellungen als Objektevaluationen) basieren, Kontexteffekte auftreten, die hier allerdings unkontrolliert bleiben müssen. Eine Online-Untersuchung war hier aus mehreren Gründen angezeigt. Einmal treten Kontexteffekte besonders dann auf, wenn der Einstellung eine komplexe Wissensstruktur zugrundeliegt, in der sowohl Pro- als auch Kontraargumente enthalten sind. Eine solche Wissensstruktur ist besonders bei Internet-Nutzern zu erwarten, so daß die Selbstselektivität von Online-Stichproben, die typischerweise als problematisch gilt, hier günstig ausschlägt. Zum anderen können online große Stichproben rekrutiert werden, was besonders dann von Vorteil ist, wenn, wie beim Nachweis von Kontexteffekten, mit kleinen Effektstärken gerechnet werden muß. Die Ergebnisse werden diskutiert im Hinblick auf die Repräsentation computerbezogener Einstellungen, die Implikationen von Kontexteffekten für Fragebogendesigns und die Möglichkeiten, Charakteristika von selbstselegierten Online- Stichproben gezielt für bestimmte Forschungsfragen auszunutzen.
English: The issue of context effects in attitude measurement has been widely disussed in the literature on the methodology of surveys and attitude measurement. The present paper firstly investigates the representation of computer-related attitudes through (assimilation-) context effects. For this purpose, the "Questionnaire for the Content-Specific Measurement of Attitudes toward the Computer" is used. This questionnaire explicitly treats attitudes as beliefs with semantic content. The eight scales of the questionnaire relate to different classes of evaluative beliefs concerning computer technology. Context effects are most likely to occur, if a target item is preceeded by items relating to the same class of beliefs. Secondly, it is shown, that context effects also occur in scales that are based on the traditional concept of attitudes as object evaluations, where, however, they remain uncontrolled. From a methodological perspective, an online study seemed especially suitable to adress these issues, because context effects are most likely to occur in the measurement of attitudes that are grounded on a complex knowledge base incorporating beliefs on both sides of the issue. Inernet-users can be expected to hold attitudes toward the computer that are grounded on such a knowledge base, so the selectivity of online-samples, usually considered as problematic, turns out as an advantage in this case. Additionally, large samples can be recruited online, which is especially important if small effect sizes are to be expected, as is the case in research on context-effects. The results are discussed with respect to the representation of computer related attitudes, the implications of context effects for questionnaire design and the possibility to take advantages from the characteristics of self-recruited online-samples.


Neuhaus, Christoph ; Kaufmann, Esther ; Reips, Ulf-Dietrich Institution: Universität Zürich
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1217)
"Lehren mit Flash: eine WWW-basierte Lerneinheit zum Web-Experimentieren."
German: Im Rahmen des Virtuellen Campus Schweiz wurde eine in sich geschlossene Lerneinheit zum Thema "Psychologisches Experimentieren im Internet" gestaltet. Sie soll dem Benutzer die wesentlichen Komponenten eines Web-Experiments erläutern. Die Lerneinheit wurde mit der Multimediasoftware "Flash" erstellt und ist somit plattformunabhängig weltweit über das WWW abrufbar. Interaktive Schaltflächen ermöglichen es dem Lernenden, den Stoff selbständig und in mehreren möglichen Reihenfolgen zu explorieren. Über Links gelangt der interessierte Benutzer zu einem exemplarischen Web-Experiment und weiteren, externen Informationsquellen. Das Navigieren in der interaktiven Lernumgebung wird durch auditive Signale unterstützt. Auf Wunsch können gesprochene Erklärungen aufgerufen werden. Die Kombination von Text, Graphik, Audio, Bewegungseffekten und interaktiven Funktionen sollen ein attraktives Lernerlebnis schaffen. Die Lerneinheit wurde insgesamt möglichst klein gehalten, um auch auf älteren Computern und bei schlechter Internet-Verbindung eine gute Performance zu erreichen. Ergebnisse einer Evaluation werden präsentiert.


English:


Neuroth, Heike ; Institution: Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2250)
"Suche im Internet hoffnungslos? Konzepte zur Erschließung fachrelevanter wissenschaftlicher Internet-Angebote."
German: Für die Wissenschaftswelt ist neben dem strukturierten Zugang zu Print-Materialien auch das Informationsangebot im Internet von großem Interesse. Das Auffinden relevanter Informationen im Internet gestaltet sich jedoch zunehmend schwieriger, auch wenn kommerzielle Suchmaschinen in den letzten Jahren versucht haben, durch technische Erweiterungen ihre Treffermengen zu qualifizieren.

Daher sehen Bibliotheken ihre zukünftigen Aufgaben auch in der Erschließung des Internets. Im Internet kommen täglich Tausende von neuen Angeboten hinzu, die z.T. auch von wissenschaftlichem Interesse sind. Es hat sich aber kein (automatisches) System etabliert, daß auf diese Seiten aufmerksam machen würde, wie es z.B. bei Büchern der Fall ist. Zudem unterliegen WWW-Seiten einem starken Wandel. Während Bücher, einmal erschlossen, nicht wieder für eine Nachbearbeitung in die Hand genommen werden müssen, verändern Internet-Dokumente ihren Inhalt, ihre Zugriffsbedingungen, ihre URL etc. In den letzten Jahren hat sich ein internationaler Standard zur Beschreibung von Online Angeboten etabliert: die Dublin Core Metadaten. Metadaten können als Äquivalent zu Katalogdaten, d.h. "Daten über Daten", angesehen werden. Die "Dublin Core Metadata Initiative" hat ein Set an standardisierten Metadaten Elementen zur Erfassung ("description" und "discovery") von Ressourcen entwickelt, daß sich weltweit durchsetzt und damit organisations- und fachübergreifend Kooperationen ermöglicht. Vorgestellt werden soll das an der SUB Göttingen entwickelte SSG-FI Projekt (DFG). Zur Zeit gibt es vier sog. Subject Gateways: den Geo-Guide im Bereich der Geowissenschaften, Thematische Karten und Geographie, den MathGuide für die Mathematik und zwei Subject Gateways im Anglo-Amerikanischen Bereich, der Anglistik Guide und der History Guide. In dem seit Januar 2000 laufendem EU Projekt Renardus sollen die wissenschaftlich orientierten, europäischen Subject Gateways unter einer Oberfläche zusammengeführt werden, so daß große verteilte Datenbestände gleichzeitig durchsucht werden können.
English:


Noller, Stephan ; Naumann, Johannes ; Richter, Tobias ; Institution: humanIT GmbH, St. Augustin
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2166)
"LOGPAT – ein webbasiertes Tool zur Analyse von Navigationsverläufen in Hypertexten."
German: Die Aufzeichnung von Logfiles bei der Navigation in Hypertexten (online oder offline) stellt eine technisch leicht realisierbare und inobtrusive Form der Datenerhebung dar, mit der Informationen über die Interaktion von Nutzern/innen mit dem Hypertext gewonnen werden können. Insbesondere bei umfangreichen und stark vernetzten Hypertexten sind die anfallenden Datenmengen typischerweise jedoch sehr groß und unübersichtlich. Daher werden Analysemethoden benötigt, die sinnvolle Möglichkeiten der Datenreduktion bei gleichzeitig geringem Informationsverlust bieten. Im vorliegenden Beitrag wird ein Tool vorgestellt (Logfile Pattern Analysis – LOGPAT), das die halbautomatische Extraktion von Kennwerten zur Beschreibung von Navigationsverläufen einzelner Nutzer/innen ermöglicht. LOGPAT ist ein webbasiertes Tool, das allen Interessierten kostenlos zur Verfügung steht (auch der Quelltext soll nach einem Redesign unter der GPL-Lizenz freigegeben werden). Mit einem entsprechenden Account kann eine persönliche Analyseumgebung eingerichtet werden. Die Analyseoptionen können flexibel an die jeweilige Forschungsfragestellung angepaßt werden. Neben Kennwerten, die sich auf die Häufigkeit des Aufrufs einzelner Seiten (bzw. Seitentypen) beziehen, können auch eine Reihe von Maßen ermittelt werden, mit denen Navigationsverläufe im eigentlichen Sinn beschrieben werden können (z. B. lineare vs. nicht-lineare Navigation, Backtracking, Abfolgen bestimmter Seitentypen, häufig auftretende Sequenzen). Zusätzlich können graphentheoretisch ableitbare Maße (vor allem compactness und stratum) zur zusammenfassenden Beschreibung des Navigationsverlaufs ausgegeben werden (inkl. graphischer Ausgabe). Zu explorativen Zwecken kann auch eine komplette Distanzmatrix errechnet werden, um z.B. die Zentralität einzelner Knoten im jeweiligen Pfad zu betrachten. Die verschiedenen Analysemöglichkeiten von LOGPAT werden im Überblick dargestellt und anhand eines Beispiels aus der Forschung zum Lernen mit Hypertext veranschaulicht.
English: In hypertext research, logfiles represent an easy-to-record and non-obtrusive method of data collection, which provides rich information about users‘ interaction with hypertext. Especially large hypertexts with highly interconnected nodes, however, lead to a huge amount of logfile data, which is difficult to survey. Therefore, methods of analysis are required which allow data reduction with a minimum of information loss. This paper presents a tool (Logfile Pattern Analysis – LOGPAT) for the semi-automated extraction of specific measures that describe the navigation of single users. LOGPAT is a web-based tool and may be used for research by everyone who is interested (after a redesign, the source code, too, will soon be released under the GPL-license). Analyses can be conducted in a personalized environment (after setting up an account). The analysis options can flexibly be adjusted according to different research goals. Besides frequencies of visits to certain pages (or types of pages) several measures can be obtained regarding the process of navigation (e. g., linear vs. non-linear navigation, back tracking, sequences of certain page types, frequently occuring sequences). In addition, LOGPAT is able to compute graph-theoretical measures (compactness and stratum) for a condensed description of navigational paths (including graphical output). For exploratory purposes, the output also contains a complete distance matrix, which can be useful, e. g., for inspecting the centrality of single nodes in a user‘s path. In the paper, an overview of the various options which LOGPAT provides for analysis is given. For each option, examples from research on learning with hypertext are given.


Noller, Stephan ; Institution: humanIT GmbH, St Augustin
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2190)
"Navigation in komplexen Hypertextsystemen – ein Webexperiment mit unterschiedlichen Visualisierungstools."
German: Im einem Webexperiment sollte der Nutzen zusätzlicher Visualisierungstechniken bei der Navigation in einer komplexen Website untersucht werden. Als Untersuchungsmaterial wurde die Website des deutschen Bundestages herangezogen und für die Untersuchung so aufbereitet, daß schließlich ein Hypertext mit 3474 Seiten zur Verfügung stand. Die 185 Versuchspersonen sollten nach einer kurzen Einführungsphase 6 Aufgaben zum Inhalt der Site lösen. Es wurden 3 Bedingungen realisiert, wobei die Versuchspersonen randomisiert einer Bedingung zugewiesen wurden. Neben der nahezu unveränderten Site des Bundestages (Kontrollbedingung) wurde die Site in einem Fall in einem zusätzlichen Fenster durch ein hierarchisches Inhaltsverzeichnis dargestellt (dargestellt mit WebToc), dessen Einträge durchsucht werden konnten. In der zweiten Bildschirmhälfte wurden die Startseite bzw. die jeweils im Inhaltsverzeichnis angewählten Knoten angezeigt. Im anderen Fall wurde die Darstellung der Website vollständig durch das Visualisierungstool &#quot;Hyperbolic-Tree&#quot; ersetzt, wobei mit Hilfe von fisheye-Technik und speziellen Verzerrungen gleichzeitig alle Knoten am Bildschirm sichtbar waren; zusätzlich konnte in interessierende Bereiche &#quot;hineingezoomt&#quot; werden. Im Anschluß an die Fragenbearbeitung wurde räumliches Vorstellungsvermögen (&#quot;spatial ability&#quot;) als Kovariate erhoben sowie ein Fragebogen zur Usability vorgegeben. Entgegen den Erwartungen erwies sich die aufwändige Visualisierung durch den Hyperbolic-Tree als nicht vorteilhaft, und zwar sowohl hinsichtlich objektiver Maße (Lösungsgüte und Bearbeitungszeit) als auch in der Usability-Beurteilung; zudem ergab sich ein selektiver Dropout (in der Bedingung &#quot;Hyperbolic-Tree&#quot; war der Dropout am höchsten). Diese Befunde werden im Hinblick auf die Forschung zu Visualisierungstechniken und methodischen Problemen der Online-Forschung diskutiert. Zusätzlich werden praktische Hinweise zur Verbesserung der Navigationsmöglichkeiten in komplexen Websites abgeleitet.
English:


Nückles, Matthias ; Bromme, Rainer Institution: Abteilung Pädagogische Psychologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2718)
"Das Internet als Gegenstand der Kommunikation zwischen Experten und Laien. Eine Experimentalreihe im Internet."
German: In der Wissensgesellschaft sind die neuen Informationstechnologien eine Schlüsseltechnologie. Immer mehr Menschen nutzen das Internet für private und berufliche Zwecke. Internet-Experten sollten daher nicht nur die technischen Probleme lösen können, auf die sie spezialisiert sind. In vielen Situationen müssen sie auch in der Lage sein, als Experten verständlich mit Laien zu kommunizieren, beispielsweise im Rahmen von Computer- Hotlines. Wie flexibel sind nun Internet-Experten darin, ihre fachlichen Erläuterungen auf die Besonderheiten der Ratsuchenden abzustimmen? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Reihe von Experimenten, die größtenteils online realisiert wurden. Das Internet bildete dabei nicht nur den Gegenstand der empirischen Untersuchungen, sondern lieferte gleichzeitig die zentrale Methode für deren Realisierung.

Sowohl die Anwerbung der Versuchsteilnehmer (Mitarbeiter von Uni-Rechenzentren) als auch die Versuchsdurchführung erfolgte internetbasiert. In mehreren Planungsexperimenten sollten die Experten sich eine fiktive Fortbildungssituation vorstellen, in der sie Unterrichtsgespräche mit zwei verschiedenen Gesprächspartnern planen. Die Aufgabe der Experten bestand darin, für eine Reihe von Internet-Themen zu beurteilen, wie ausführlich sie bestimmte Fachbegriffe ihrem jeweiligen Gesprächspartner erklären würden. In einem Textproduktionsexperiment wurde eine Email-Hotline simuliert. Die Teilnehmer hatten hier die Aufgabe, verschiedene Email-Anfragen schriftlich zu beantworten. Unabhängige Variablen waren dabei u.a. die sachliche Wichtigkeit der zu erklärenden Begriffe, das Vorwissen der Anfragenden sowie deren Intention.

Die Ergebnisse zeigen, dass Internet-Experten sich aufgrund der hohen Verfügbarkeit ihres fachlichen Wissens bei der Planung von Erläuterungen vor allem durch strukturelle Merkmale der Fachkonzepte leiten lassen. Daher fällt es den Experten relativ schwer, die besonderen Vorkenntnisse eines Adressaten beim Erklären zu berücksichtigen. Dieses Ergebnis wird sowohl durch die Daten aus den Planungsexperimenten als auch dem Produktionsexperiment belegt. Allerdings ist es möglich, durch Trainingsmaßnahmen das Ausmaß der Rezipientenanpassung zu verbessern. Die inhaltlichen Ergebnisse werden in Hinblick auf ihre Bedeutung für die netzbasierte Kommunikation diskutiert. Daneben sollen in dem Beitrag auch methodische Aspekte des gewählten Untersuchungsansatzes, z.B. die Möglichkeit der Durchführung von Textproduktionsexperimenten im WWW zur Sprache kommen.
English: In the knowledge society, there is a rising number of laypersons using the internet for professional and private purposes. Hence, internet-experts should not only be sophisticated problem-solvers but they should also be able to communicate their specialist knowledge to laypersons. How flexible are internet-experts in taking the perspective of laypersons trying to understand this complex information technology?

In a series of web-experiments, internet-experts’ perspective-taking competencies were analysed in planning explanations for laypersons. How is information about the addressee and about the topic itself integrated in the planning process? The internet is at the heart of this approach. It is the topic to be communicated and it also provides the experimental method.

Participants were asked to imagine a situation in which they would teach laypersons basic knowledge about the internet. More specifically, they rated in how much detail they would go into some specific concepts (e.g., hyperlink) when asked to explain a topic such as the WWW. Concept importance, the addressee’s intention and level of domain knowledge were systematically varied.

The results show that decisions about the extensiveness of an explanation were mainly guided by conceptual differences, i.e., concept importance. At the same time, the addressee’s knowledge level had a rather small effect while there was a strong effect of the addressee’s intention. Obviously, it is difficult for internet-experts to consider an adressee's prior knowledge. However, an intervention experiment showed that internet-experts' perspective-taking ability can be enhanced. It will be discussed how these results can help to support internet-based communication between internet-experts and laypersons in computer-hotlines.


Orthmann, Claudia ; Institution: Institut für Pädagogische Psychologie und Medienpsychologie, Freie Universität Berlin
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1704)
"Methoden und Probleme der Datenerhebung in der qualitativen Chat-Forschung."
German: Im Rahmen des von der Berlin-Forschung geförderten Projekts „Prozessanalyse der Kommunikation von Kindern und Jugendlichen im Internet“ wird die Chat-Kommunikation von Berliner Kindern und Jugendlichen im Alter von 10-17 Jahren erforscht. Die Chat- Kommunikation wird hierbei anhand von Chat-Logfiles mit Hilfe der Konversationsanalyse hinsichtlich dem Kommunikationsprozess zugrundeliegender interaktiver Regeln und Strukturen untersucht.
Zur Untersuchung der kommunikativen Vorgänge wurden während der Datenerhebung verschiedene Verfahren der Protokollierung von Chaträumen getestet und hinsichtlich ihrer Datenqualität bewertet. Im Zuge der Datenerhebung und der vielfältigen Probleme (z.B. bei der Protokollierung von Webchats) entstanden zwei Datensammlungen: Der größere Datenkorpus besteht aus Logfiles eines Berliner Kinder- und Jugendchats durch den Zugriff auf den Chatserver. Der zweite Datenkorpus besteht aus Screenshots von Webchats, die im Rahmen eines quasi-experimentellen Settings entstanden. Neben der Chat-Kommunikation wurden in diesem Setting auch zusätzliche Daten zur Gesprächssituation erhoben, u.a. durch Interviews und das Filmen der Chatter während des Chat-Prozesses. Das Poster stellt anhand der Datensammlungen des Projektes Methoden und Probleme der Datenerhebung in der qualitativen Chat-Forschung dar. Aspekte wie die Anonymität der Chatter, die technischen Funktionsweisen der einzelnen Chatsysteme und ihre Protokollierbarkeit sowie Fragen zur Forschungsethik haben einen großen methodischen und methodologischen Einfluß auf die Datensammlung in der Chat-Forschung.
English: The research project "Process analysis of the communication of children and adolescents in the Internet" analyses the chat communication of 10- to 17-year-old children and adolescents of Berlin. The analysis focuses on the identification of interactional forms and practices of children‘s and adolescents‘ chat communications by means of conversation analysis of the chat log-files. Several methods of collecting chat log-files with regard to the resulting data quality were tested during the study. Due to the manifold problems (e.g. with logging public webchats) the process of data collection resulted in two sets of data: The bigger data corpus consists of log-files of a Berlin youth chat which were produced by remote access to the chat server. The second data collection consists of thousands of screenshots from webchats that were created in an experimental setting. This setting also allowed for the collection of further data of the conversational situation such as interviews as well as videos of the chatter during chatting. The poster presents methods and problems of data collection of qualitative chat research based on the data collections of the project. Special aspects like the chatter‘s anonymity, the technical functions of the tested chat systems and their possibilities to log the chat as well as the question of ethics in chat research have an immense relevance for the methods and methodology of data collection in the field of chat research.


Osipova, Elena M. ; Institution: Interdisciplinary Center for Advanced Professional Education, Saint-Petersburg State University
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Individualization of distance education through adaption. Adaptive assessment"
German:
English: The main advantage of distance education is the possibility to provide individual approach to learners. Individualization may be realized through individual work with instructor or through adaptation of educational materials, computer programs and learning technology systems in general. We can adapt courseware in time (to evolving technologies), interfaces, content, educational process. It is possible to adapt various educational components to individual psychological, physiological and physical characteristics of learners, as well as to individual needs of learners, appearance of new knowledge and information, etc. All of the distance education system components are interconnected and most of them may be adapted: curriculum, course schedule, learning modules/units, tests, examples, etc.
Adaptive assessment may be used for the following purposes: for distance learners to provide self-control, for educators to assess distantly the knowledge acquired by learners, and also to manage educational process. To manage means here 1) to determine the basic level of learner‘s knowledge and assist in composing an individual course schedule; 2) to determine the degree of knowledge perception and work out recommendations on repeating some materials if necessary.
This approach has it‘s advantages especially in the case of continuous learning when we face the problems of difference in levels of basic knowledge of learners, lack of time to study the whole course.
The paper examines the experience in adaptive assessment on the basis of the distance learning course on parallel computing. The recently started project on studies of psycho-social aspects of modern information technologies applications in higher and continuous education is described, together with possible applications of it‘s results to development of adaptive distance learning systems.


Papakyriazis, Natalia V. ; Boudourides, Moses A. Institution: Computer Technology Institute, Patras
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Electronic Weak Ties in Network Organizations."
German:
English: Granovetter‘s theory on the strength of weak ties provides an analysis of processes in interpersonal networks forming a very fruitful micro-macro bridge in sociology. When applied to organizations, theories of weak ties give a basis for understanding the mechanisms of work interoperability, information exchange and offering of technical advice. Recently the term ’virtual organization‘ is increasingly used to describe a new organizational form including a network of companies. It is essential to examine weak ties and their implications in the context of virtual organizations. In this case, weak ties of interpersonal and group relations are typically mediated through the use of e-mail and other services of the new information and communication technologies. Furthermore, these theories may be used as tools to comprehend processes of mediatization at the organizational level. For instance, in this way one can analyze situations of managerial deficit present in virtual organizations by implementing the use of the ’net-broker concept‘. Finally, the way information flows and is processed within an organization depends on the media technologies used. The way people interact and share information through a computer-mediated communication channel depends on the social context of the used media technology. We intend to illustrate this point in the emerging patterns of weak ties in virtual organizations.


Polkehn, Knut ; Institution: Institut für Psychologie, Humboldt-Universität zu Berlin
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2121)
"Von Software zu Webware: Web-Usability Engineering."
German: Das World Wide Web (WWW) hat sich in der Zeit seines Bestehens gravierend verändert. Neben dem Darbieten von Informationen in Form von Hypertext oder Hypermedia hat sich mit dem Auftauchen der ersten webbasierten Emailsysteme ein Trend angedeutet, der zur Entwicklung vielfältiger Formen des Application Service Providing (ASP) wie z.B. webbasierter Content-Management-Systeme, Lehr- und Lernsysteme oder Systeme der Computer-unterstützten Kommunikation und Kooperation geführt hat. Wir bezeichnen derartige webbasierte Anwendungen, die dem Nutzer via Browser im einfachsten Fall den Zugriff auf Informationen eines Hypertextes (die klassische Web-Site) und im komplexeren und zunehmend wichtigeren Fall die Interaktion mit einer einer Anwendungssoftware vergleichbaren Web-Site erlauben, als Webware. Das im Browser dargebotene Dokument dient hier als Schnittstelle zwischen Benutzer und System.
Die Benutzbarkeit von Webware steht zunehmend im Mittelpunkt des Interesses, und Usability-Tests gehören deshalb immer häufiger zum Leistungsportfolio von Internetagenturen und Marktforschungsinstitutionen. Dabei werden Methoden des Usability Engineerings von Software (wie etwa die Heuristische Evaluation oder der User-Test) übernommen und auf die Untersuchung von Web- Sites adaptiert. Aus kognitiv-ergonomischer Sicht weisen jedoch System-, Benutzer- und Aufgabenmerkmale bei der Betrachtung von Webware im Vergleich mit typischer Anwendungssoftware Besonderheiten auf.
Ausgehend von diesen spezifischen Merkmalen (z.B. klassische Web-Site vs. Applikation; Verhältnis von Design und Funktion; Vielzahl heterogener potentieller Benutzer, Aufgabentypen und potentieller Ziele; unterschiedliche Wichtigkeit gestaltungsrelevanter Merkmale je nach verwendetem Browser) soll im Beitrag eine Methodik des Web-Usability-Engineerings vorgeschlagen werden. Darüber hinaus werden verschiedene CAUSE-Tools (Tools für das Computer-Aided Usability Engineering) vorgestellt, vom Usability-Browser bis zu Tracking-Tools (webunterstütztes Experimentieren).
English:


Preckel, Franzis ; Thiemann, Helge Institution: Psychologisches Institut IV, Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Testing intellectual giftedness on the Web: Development of a new Figural Matrices Test – online versus paper-and-pencil-version."
German:
English: A new figural matrices test for the assessment of intellectual giftedness will be presented. Item construction was based on a rule taxonomy that takes recent empirical findings on the difficulty of item components into account. These components are number and type of rules and drawing features. The construction of the answer alternatives was also guided by the rule taxonomy which allows the validation of the theoretical assumptions of item construction by means of error and distractor analysis.
The test was presented as an online-version (www.begabungsprofil.de) and as a paper-and-pencil-version. Participants were members of the Mensa Society, pupils of special schools or programs for the intellectually gifted and other volunteers. The collected data were analyzed by classical test theory, by modern item response theory (1PL- and 2PL-models), and by rough set analysis referring to the rule taxonomy.
The item- and test-properties of the online-version and of the paper-and-pencil-version will be compared. Limitations and possibilities of the collection of psychometric test data via internet will be discussed.


Rager, Michael ; Weichbold, Martin Institution: {}
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1770)
"WWW-Surveys: Erhöhung der Bearbeitungsquote durch Fragebogengestaltung?"
German: Der rasanten Entwicklung des Internet und auch der Internetforschung folgt eine systematische Erforschung der methodologischen Bedingungen erst zögerlich und mit einiger Verspätung. Die bislang übliche Anwendung der Erkenntnisse aus der klassischen Methodenforschung auf das neue Medium erweist sich zunehmend als nicht ausreichend. Eine Methodologie der Sozialforschung im Internet muss sich erst schrittweise entwickeln. Ein Schritt in diese Richtung ist die Untersuchung von Methodeneffekten. In einer WWW- Umfrage, die zwischen Oktober 2000 und Jänner 2001 online war, wurde versucht, die Frage nach dem Einfluss der Fragebogengestaltung auf Teilnahmemotivation und Abbruchrate zu analysieren. Zu diesem Zweck wurde eine Befragung über ein Internetportal einer Reisedestination in vier verschiedenen Fragebogenvariationen (zusätzlich jeweils in deutsch und englisch) durchgeführt. Alle Varianten enthielten die selben Fragen im gleichen Wortlaut und der gleichen Reihenfolge, unterschieden sich aber durch Ankündigung (als Gewinnspiel bzw. Umfrage), Form (durchgehender Fragebogen oder jede Frage einzeln), Feedback (Einblendung der „Zwischenstände“ nach Beantwortung einer Frage in Form einer Echtzeitstatistik) und Kontrolle (Nichtzulassen des Überspringens einer Frage durch Eingabeaufforderung). Untersucht wurde dabei der Einfluss der Ankündigung auf den Anteil der Teilnehmer unter den Portalbesuchern, Unterschiede in den Abbruchraten je nach Fragebogenvariante und Auswirkungen der Fragebogenvariante auf das Antwortverhalten. Derzeit (Dezember 2000) liegen erst vorläufige Ergebnisse vor, die jedoch auf signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Versionen hindeuten.
English: The rapid development of the internet and the internet research is followed by a systematic research on its methodological conditions only slowly and with a certain lag. It becomes apparent that the transfer of classical methodological know-how to the new media is not enough. An own methodology of online research has to be found step by step. One step towards this goal is the examination of effects based on variation of methods. We ran a WWW-survey from October 2000 till January 2001, where we tried to find an answer to the question whether a varying questionnaire design has specific influence on the motivation to participate or break off surveys. For this purpose the interviews about the internet portal of a travel destination were carried out in four different questionnaire variations (additionally each variation in german and english). They all consisted of the same questions in the same wording and the same order but differed by announcement (as a lottery or a survey), form (continuous questionnaire or each question individually), feedback (insertion of standing/current results after each question) and check (impossibility of skipping a question). The version of the questionnaire shown to the participant was selected by random. We tested the influence of the announcement on the proportion of the participants among the portal visitors, differences in the abort/drop out rates depending on the questionnaire version and the effects of the questionnaire version on the responses. Although we have only preliminary results at this time (December 2000), we can expect significant differences between the individual versions.


Reips, Ulf-Dietrich ; Neuhaus, Christoph Institution: Psychologisches Institut, Universität Zürich
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"WEXTOR: A Web experiment generator. "
German:
English: This presentation will show how our experiences with Web experimentation have been integrated in an interactive system for generating Web experiments online, WEXTOR.  WEXTOR is freely available on the Internet and is currently being built into an online course on experimental design. Through a guided step-by-step process WEXTOR structures the user‘s design-related thoughts, dynamically creates custom-tailored Javascripts, and visualizes the experimental design print-ready. Importantly, users can quickly design and create Web experiments with advanced functionality while being spared of deep-level programming. WEXTOR features complete and incomplete designs, randomized distribution of participants to experimental conditions, automatic avoidance of page number confounding, redirect functionality to minimize drop out, randomly generated continuous user IDs for enhanced multiple submission control, and the production of ready-to-copy Javascript and experimental design charts. WEXTOR is used for teaching (Web) experimental design in the Swiss Virtual Campus.

URLs:
Web Experimental Psychology Lab: <http://www.genpsy.unizh.ch/Ulf/Lab/WebExpPsyLab.html>
WEXTOR: <http://www.genpsylab.unizh.ch/wextor/index.html>
Swiss Virtual Campus: <http://www.virtualcampus.ch>


Rodenhausen, Thomas ; Institution: MediaTransfer Netresearch and Consulting AG, Hamburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Validity of online obtained self-report data: Social desirability as a means for validation."
German:
English: In web based surveys two effects are reported frequently: (1) Answers to open ended questions are often more extensive than in studies using telephone interviews to collect data and (2) commercial products and concepts are evaluated more critically compared to data obtained by traditional methods. These findings are sometimes taken as evidence for a superior validity of online obtained results, explained by the assumptions that traditional methods of data collection evoke either a defense against an invasion of privacy or low involvement conditions both leading to distorted or low-contrast results. However, it is difficult to find a gold standard to prove this claim of increased validity. Scales for the measurement of social desirability (e.g. Crowne, D. P. & Marlowe, D., 1960; Paulhus, 1994) are based on the idea that there are individual differences in the (not necessarily conscious) tendency to present a favorable image of oneself and are constructed to control for these individual differences as a distorting factor in self report data. If the hypothesis of increased openness towards online presented questionnaires is correct, lower scores of social desirability should be obtained in online conducted surveys. To test this hypothesis, the recently published Social Desirability Scale-17 (SDS-17; Stöber, 1999) was presented to N=1000 members of an online panel in two conditions: (1) The SDS-17 was presented blockwise to the respondents after they had answered questions susceptible to social desirable responding (e.g. honesty towards insurance companies, attitudes towards environment-friendly cars) and (2) the SDS-17-items were mingled among the other questions.


Sander, Carsten ; Institution: Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1300)
"Konsumentenanalyse im Webchat. Versuch einer bedürfnisprofilorientierten Segmentierung."
German: Durch das stetig zunehmende Web-Angebot ist es für den einzelnen Anbieter zunehmend schwierig, den teils verwöhnten, teils enttäuschten Web-Nutzer durch gezielte Ansprache von den Vorzügen des eigenen Angebots zu überzeugen. Wie müssen Werbe-Banner gestaltet sein, um ein bestimmtes Klientel möglichst effektiv anzusprechen? Ausgehend von der Annahme, daß Navigieren und Selegieren im Internet durch distinkte Bedürfnisse ausgelöst und (mit-)gesteuert wird, wird der Frage einer wirkungsvollen Segmentierbarkeit einer Web-Nutzer-Subpopulation – die der Webchatter – untersucht.

Hierbei wird eine Typologie vorgeschlagen, die sich an unterschiedlichen Bedürfnisprofilen von Web-Chattern orientiert und eine Bannergestaltung nahelegt, die nicht nur gezielt die Bedürfnisse bestimmter Chatter-Typen, sondern auch deren spezielle Abneigungen gegen bestimmte Bedürfnisansprachen aufgreift (‘Fencing Banners‘). Die Ergebnisse einer Labor- und einer Felduntersuchung werden daraufhin geprüft, ob eine zweigeteilte, bedürfnis- und ablehnungsorientierte Bannerwerbung einer klassischen, nur-bedürfnisorientierten Bannergestaltung überlegen ist, die durch Bedürfnisprofil-Typen nahegelegt wird.
English: By the constantly increasing web supply, it becomes increasingly difficult for website providers, to drag the partly spoiled, partly disappointed web users to their web pages. How do advertising banners have to be arranged, in order to address a certain clientele as effectively as possible? Taking into account that navigation and selection in the net is caused by distinct needs, the question of an effective segmenting by needs of web users is hypothesized. A typology of a subpopulation of net users – the web chatters – is suggested, oriented at different need profiles. The results of two empirical studies will check whether a double-tracked ‘fencing‘ banner design (need AND refusal-oriented) will be superior to classical (only need-oriented) banner organization.


Sassenberg, Kai ; Boos, Margarete; Institution: Lehrstuhl Sozialpsychologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1896)
"Wer wir sind und wie wir sind: Anonymität und explizite Normen als Prädiktoren von sozialem Einfluß in CMC."
German: Die bisherigen Studien zum Vergleich zwischen face to face und textbasierter computervermittelter Kommunikation (CMC) hinterlassen eine widersprüchliche Befundlage. Ein Teil der Befunde stützt die Annahme, daß bei CMC aufgrund weniger sozialer Hinweisreize generell geringerer sozialer Einfluß auftritt. Zum Teil wurde aber auch die Vermutung bestätigt, daß bei CMC durch geringe soziale Kontrolle und verstärkte Bereitschaft zu extremen Argumenten generell stärkerer Einfluß zu erwarten ist. Nach dem Social Identity Model of Deindividuation Effects (SIDE; Spears & Lea, 1992) ist für das Ausmaß von sozialem Einfluß in Gruppen nicht nur entscheidend wie anonym die Kommunikationspartner sind. Es ist auch wesentlich, ob die Kommunikationspartner sich als ähnlich und damit als Mitglieder einer gemeinsamen Gruppe wahrnehmen oder ob sie sich als unterschiedlich betrachten. Mit zunehmender Anonymität nimmt der Einfluß von Mitgliedern der eigenen Gruppe zu, der Einfluß von fremden Anderen hingegen ab. Sozialer Einfluß wird dabei als Orientierung an Gruppennormen im Gegensatz zu individuellen Zielen verstanden. In zwei Studien wurde überprüft, ob diese Annahmen des SIDE eine Erklärung für die widersprüchlichen Befunde aus der medienvergleichenden Forschung sind. Bei expliziter Vorgabe einer Gruppennorm wurden die Annahmen des SIDE bestätigt. Die zunehmende Anonymität bei CMC führt zu stärkerem Einfluß durch die Mitglieder der eigenen Gruppe und geringerem Einfluß durch fremde Andere. Liegt hingegen keine gemeinsame Norm vor, behindert CMC den sozialen Einfluß innerhalb einer Gruppe von ähnlichen Personen. Konsequenzen für die Anwendung von CMC innerhalb und zwischen Gruppen werden diskutiert.
English: Previous studies comparing face to face and text-based computer-mediated communication (CMC) yielded contradicting results. Some findings supported the assumption that less social influence occurs in CMC because of the lack of social context cues. However, other studies showed that social influence in CMC is even stronger than in face to face due to the fewer concerns for impression management and more extreme arguments. Following the Social Identity Model of Deindividuation Effects (SIDE; Spears & Lea, 1992) there is another important predictor of social influence beside the degree of anonymity in CMC: the perceived similarity / dissimilarity of oneself and the communication partners. Increasing anonymity leads to more social influence of ingroup members (similar persons) and less social influence of strangers. Social influence is defined as orientation towards group norms instead of individual goals. Two studies examined whether these assumptions of SIDE can explain the contradicting findings reported above. When a group norm was explicitly given, the predictions of SIDE were confirmed. The more anonymous communications partners were the larger the social influence of ingroup members and the smaller the social influence of strangers. However, if no common norm is given, CMC hinders social influence. Implications for CMC use within and between groups are discussed.


Sassenberg, Kai ; Institution: Lehrstuhl Sozialpsychologie, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1933)
"Grundlagen @ Internet"
German: Onlineforschung wird aus zwei Gründen häufig als Anwendungsdisziplin eingestuft: (a) Die rasante technische Entwicklung kann von finanzkräftigen Anwendern wie Unternehmen wesentlich schneller aufgegriffen und genutzt werden als von grundlagenorientierten Wissenschaftlern. Somit steht die Anwendung bei Berichten über neue Medien im Vordergrund. (b) Häufig wird online Forschung mit online Marktforschung gleichgesetzt. Inzwischen gibt es jedoch eine Nachfrage und auch ein breites Angebot an grundlagenwissenschaftlichen Arbeiten zum Thema Internet. Diese lassen sich in unterschiedliche Bereiche gliedern. Zum einen gibt es Arbeiten, die das Internet als Feld untersuchen, in dem aus anderen Bereichen bekannte Phänomene ebenfalls zum Tragen kommen. Dabei bieten die besonderen Eigenschaften des Mediums neue Untersuchungsmöglichkeiten für sonst nicht oder nur schwer manipulierbare Variablen. Denkbar ist dies sowohl für Phänomene, die während der Mediennutzung zum Tragen kommen als auch für Phänomene, die als Auswirkung der Mediennutzung auf das alltägliche Leben entstehen. Zum anderen entstehen im Zusammenhang mit der Erforschung solcher Fragen aber auch mit der online Marktforschung neue methodische Anforderungen. Können die bisherigen Methoden ohne weiteres auf das neue Medium übertragen werden? Wie kann mit neu entstehenden Problemen (z.B. Stichprobenziehung, Datenmenge bei Logfile-Analysen) umgegangen werden? Schließlich kommen neue ethische Fragen auf, da die herkömmlichen ethischen Standards nicht ohne weiteres auf die neue Untersuchungsverfahren übertragen werden können. Über dieses weitgefächerte Forschungsfeld wird ein Überblick gegeben, der die Beiträge der Arbeitsgruppen "Grundlagen@Internet" integriert und bisher nicht oder wenig bearbeitete Forschungsfelder aufzeigt.
English:


Schütze, Stephan ; Fritsche, Immo Institution: {}
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 990)
"„Wir haben die Lokomotive!“ – Psychologische Forschung im Huckepack des Online-Entertainment."
German: Vorgestellt werden Probleme und Chancen einer Kooperation zwischen psychologischer Forschung und Unterhaltungsanbietern im WWW. Im Rahmen einer verdeckten netzbasierten Werbekampagne für einen Spielfilm über das Stanford-Prison-Experiment wurde auf Wunsch der kommerziellen Kampagnenträger ein sozialpsychologisches online-Experiment durchgeführt. Diese Untersuchung sollte einerseits – gemäß dem Unterhaltungsziel – den Charakter eines Demonstrationsexperiments haben und andererseits der Datengewinnung im Kontext der Forschung zur Social Identity Theory dienen. Der kommerzielle Partner prägte dafür das Motto: „Wir haben die Lokomotive – hängt Ihr Eure Waggons dran!“ Im Zentrum des Beitrags steht eine Darstellung forschungsmethodischer und ethischer Fragen, die sich aus dem Spannungsfeld zwischen Forschung und kommerziellem Marketing sowie aus den besonderen Gegebenheiten des Mediums Internet ergeben.
English: Presented are problems and chances of a cooperation between psychological research and offerers of entertainment in the www. Within the scope of a covered net-based advertising-campaign for a movie about the stanford prison experiment a social psychological online-experiment was carried out, requested by the commercial campaign organizers. On the one hand – according to its entertainment goal – this study should have the character of a demonstrational experiment, on the other hand it should serve for data collection in the context of the Social Identity Theory. The commercial partner formed the motto: We have got the locomotive, hook up your wagons! The contribution focusses on the presentation of methodical and ethical questions that emerge out of the tension between research and commercial marketing, as well as out of the special circumstances of the internet.


Schweiger, Wolfgang ; Institution: IPMZ – Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1842)
"Navigations- und Lerneffekte der Linkgestaltung im Web. "
German: In einem Laborexperiment wurden n=125 studentische Versuchspersonen gebeten, 20 Minuten frei in einem relativ umfangreichen Hypertext zum Thema ‘Internet & Politik‘ zu navigieren. Sie sollten ganz allgemein zu diesem Thema recherchieren; eine genauere Aufgabenstellung gab es nicht. Während der Nutzungsphase wurden ihre Navigationshandlungen in Logfiles gespeichert. Damit war es möglich, nach der Nutzungsphase zu jeder Seite, die eine Person mindestens zehn Sekunden abgerufen hatte, konkrete Behaltensfragen zu stellen (Recognition). Im Experimentalangebot variierten wir verschiedene Paradigmen der Linkgestaltung in einem vollständigen 2x2x2-faktoriellem Design:
? Linkplatzierung: Intratextuelle Links wurden in den jeweiligen Text integriert; extratextuelle Links hingegen befanden sich am Ende des Inhaltsbereichs jeder Seite in einer Linkliste mit der Überschrift "siehe auch...".
? Linkkommentierung: Kommentierte Links verfügten über eine nähere Erläuterung zum Linkziel und gegebenenfalls zum Zusammenhang zwischen Ursprungs- und Zielseite; einfachen Links fehlte die Kommentierung. Bei intratextuellen Links wurde die Kommentierung in Form eines gelben Popup-Fensters implementiert, das sich öffnete, wenn ein Nutzer die Maus über den Linktext bewegte; bei extratextuellen Links stand die Kommentierung statisch direkt hinter dem Linkbegriff.
? Anzahl der Links: In einem Fall wurden alle möglichen Verknüpfungen realisiert; im anderen Fall fügten wir nur die wichtigsten Links ein.
Im Vortrag sollen ausgewählte Navigations- und Lerneffekte, die sich aus den unterschiedlichen Arten der Linkgestaltung ergeben, vorgestellt und auf ihre Relevanz für die Produktion von Hypermedien diskutiert werden.
English:


Siepmann, Rolf ; Oppermann, Daniela Institution: Institut für Phonetik und Sprachliche Kommunikation, Ludwig-Maximilians-Universität München
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 687)
"Ein Online-Dialogexperiment mit Kontrastakzenten im Deutschen."
German: Die rapide Entwicklung des Internets eröffnet vielfältige Möglichkeiten für die wissenschaftliche Nutzung dieses Mediums. So können für die Phonetik etwa effizient verschiedene und umfangreiche Sprechergruppen erreicht werden, um empirische Daten über das gesprochene Deutsch und dessen Ausprägungen zu erheben. Dieser Beitrag stellt ein phonetisches Online-Experiment vor, das die Qualität des Verfahrens MOMEL zur akustischen Modellierung von Intonationsverläufen im Deutschen untersucht. Die mit dem Verfahren modellierten Sprachstimuli sind auf einer WWW-Seite in minimale Dialoge eingebettet. Die Aufgabe der Versuchspersonen ist die auditive Beurteilung der Kohärenz der Dialoge.
English:


Silberer, Günter ; Institution: Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2383)
"Forschungsthema eCommerce."
German: Electronic Commerce ist ein Sammelbegriff für das Anbahnen, Abschließen und Abwickeln von Geschäften im Internet. Dabei können verschiedene eCommerce-Stufen unterschieden werden: (1) nur Anbahnen, (2) Anbahnen und Abschließen, (3) Anbahnen, Abschließen und Abwickeln. Welche Geschäftsmodelle sich dabei konkret anbieten, hängt vor allem von der Güterart und von der Netzaffinität der Ziel- bzw. Kundengruppen ab. Eine weitere elementare Unterscheidung betrifft die Plattform, die Schnittstelle zum Kunden. ECommerce läßt sich auf klassischen Plattformen wie Desktop-Rechner und Kioskterminals ebenso abwickeln wie auf portablen Geräten (Portable Rechner und Handies), auf Sideboard-Gerät (Interaktives Fernsehen) und solchen Geräten, die in andere Produkte integriert werden (z.B. Kühlschränke, Mikrowellenherde und Jacken). Für die Anbieter und die Nachfrager eröffnen sich dabei recht unterschiedliche Möglichkeiten der Information, Kommunikation und Transaktion sei es bei der Kundenakquise, bei der Geschäftsabwicklung und bei der Kundenbindung. Erfahrungen im eCommerce zeigen, daß alte und neue Erfolgsfaktoren zu beachten sind. Zu diesen zählen u.a. die Bündelung von Anbietern und Nachfragern sowie Nachfrage-Aktivitäten etwa auf elektronischen Marktplätzen, die Verknüpfung von klassischen und netzbasierten Geschäftsfeldern (von alter und neuer Wirtschaft) und die Kombination von Offline- und Online-Aktivitäten. Entscheidend ist auch das Mix von Push- und Pull-Maßnahmen im Online-Marketing. Mit dem Internet bieten sich zudem viele neue Möglichkeiten für die Markt- und Marketingforschung auf. Der eCommerce wird immer häufiger auch zum Gegenstand anwendungsorientierter Grundlagenforschung. Dabei stellen sich nicht nur neue Fragen wie z.B. die nach dem Zusammenhang zwischen der Vernetzung und der Globalisierung der Wirtschaft, sondern auch Fragen nach der Entwicklung und Nutzung neuer Forschungsmethoden. Neue Forschungsinstrumente sind sowohl in der Feldforschung als auch im Labor in der Erprobung. Zu denken ist hierbei vor allem an den Aufbau von Online-Panels in der Marktforschung und an die Medien- und Rechnergestützte Interaktions-Analyse (MERIAN) in der Marketingforschung.
English: eCommerce includes preparing, settlement and fulfillment of transactions or contracts using the world wide web. Three levels of eCommerce can be identified: (1) only acquiring customers in the www, (2) online acquisition and online settlement, (3) acquisition, settlement, and fulfillment using the www! Concrete business models depend on commodities and on web affinity of target groups.

Another elementary distinction concerns the platform, the interface to the customer. eCommerce can be realized by desktop computers, kiosk terminals, portables, handies and side board computers, called interactive TV, also by components which are integrated in other appliances or tools such as clothing and refrigerators. New Media offer a great variety of possibilities to transfer information to sustain communication and to realize transactions.

eCommerce today shows that we have to deal with old and new determinants of success such as bundling of supply and demand in electronic markets, combining classic and web based business fields (old and new economy), offline and online activities. In addition it is very important to mix push and pull tools in the online marketing. The www also offers a great variety of new tools for market and marketing research.

eCommerce becomes more and more subject of academic research projects. Such projects deal with globalization of big and small firms, online advertising, eFulfillment, community building, and online market research. Academic and applied research also starts to use new tools in the research process such as computer based mouse and eye tracking, online panels and web based concept testing. Some results of that research at the Institute of Marketing and Trade at University of Göttingen are also presented.


Stieger, Stefan ; Voracek, Martin Institution: Institut für Psychologie, Universität Wien
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2166)
"Exploring sexual behavior online: Male-female differences in gender switching and attrition rate. "
German: Vorteile von Online-Designs zur Untersuchung von Aspekten des Sexualverhaltens wurden wiederholt hervorgehoben (Bailey et al., 2000). Stehen jedoch Geschlechtsunterschiede im Mittelpunkt der Fragestellung, werden durch das Online-Design neue Validitätsbedrohungen eröffnet: z.B. kann man nicht sicher sein, daß das durch die Teilnehmenden angegebene Geschlecht richtig ist (Gender Switching). Eine weitere Validitätsbedrohung sind geschlechtsspezifisch unterschiedliche Abbruchsraten in Online- Untersuchungen zu diesem Themenkreis.

Wir untersuchten daher Gender Switching und Abbruchsrate in einer großen Online- Fragebogenuntersuchung zu Aspekten von Eifersucht und Untreue in Paarbeziehungen (Buss et al., 1992). Die Untersuchung war beschränkt auf den Bereich des UNET-Servers der Universität Wien. Durch dieses restringierte Design, insbesondere durch die nicht verfälschbaren UNET-Account-Einträge der Studierenden (Voracek, Stieger, & Gindl, in press), konnte das tatsächliche Geschlecht der Teilnehmenden verifiziert werden. Etwa 20.000 Studierende wurden per E-Mail auf die URL des Online-Fragebogens hingewiesen, zur Teilnahme eingeladen, was in einer Stichprobe von 3.702 Teilnehmenden resultierte.

Sowohl bezüglich Gender Switching als auch bezüglich der Abbruchsrate zeigten sich substantielle Geschlechtsunterschiede. Während 3.1% der Männer online weibliches Geschlecht angaben, betraf ein solches Gender Switching nur 1.9% der Frauen (OR = 1.63; p = .02). Während 14.3% der Männer den kurzen Fragebogen (10 Items, ca. 5 Minuten Bearbeitungszeit) abbrachen, war dies nur bei 9.8% der Frauen der Fall (OR = 1.53; p < 0.0001).
In unserer Online-Untersuchung konnten aufgrund des restringierten Designs Gender Switching-Phänomene und geschlechtsspezifisches Abbruchsverhalten detailliert dokumentiert werden. Dies ist in offenen Online-Designs nicht möglich. Geschlechtsspezifische Ergebnisse aus Online-Untersuchungen zu Aspekten des Sexualverhaltens können daher unbemerkt von diesen Validitätsbedrohungen betroffen sein.
English: The advantages of online designs for exploring human sexual behavior have been repeatedly emphasized (Bailey et al., 2000). However, when focusing on male-female differences, online designs fall prey to new sources of threat of validity: i.e., one can not be sure about participants‘ stated sex (gender switching). A further threat of validity is sex-differentiated attrition rate in online studies concerned with sexual behavior.
Thus, we investigated both gender switching and attrition rate in a large-sample online questionnaire study concerned with jealousy and infidelity in intimate relationships (Buss et al., 1992). The study was restricted to the UNET server at the University of Vienna. Owing to the restricted study design, specifically via the nonfalsifiable UNET account records of the students (Voracek, Stieger, & Gindl, in press), participants‘ correct sex could be verified. About 20,000 students were indicated the online questionnaire’s URL by e-mail and invited for study participation; with a resulting sample size of n = 3,702.
For both gender switching and attrition rate substantial sex differences emerged. Whereas 3.1% of male participants stated female sex online, only 1.9% of females stated male sex (OR = 1.63; p = .02). Whereas 14.3% of male participants did not complete the short questionnaire (10 items, approx. 5 minutes completion time), only 9.8% of females did so (OR = 1.53; p < 0.0001).
In our online study, owing to the restricted study design, we were able to thoroughly assess gender switching phenomena and sex-differentiated attrition behavior. This is not feasible in unrestricted online designs. Hence, sex-differentiated results from online surveys concerned with sexual behavior topics could fall prey to these threats of validity unnoticedly.


Stockmann, Ralf ; Institution: Zentrum für interdisziplinäre Medienwissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1138)
"Die virtuelle Hochschule – an der Klientel vorbei? Ein studierendebezogener Ansatz am Beispiel von Stud.IP."
German: Die momentane Debatte um die "Virtuelle Hochschule" und diverse "Lernprogramme" erscheinen aus zwei Richtungen motiviert: 1. Einsparung von Personalkosten an den Universitäten, 2. Beschleunigung und Standardisierung der Studienverläufe.

An den eigentlichen Interessen unserer Kunden (die Studierenden) wird dabei in der Regel nicht gedacht – die Konzepte sind eher von technischen Termini wie "Bandbreiten" bestimmt. In manchen Studiengängen (vielleicht der Naturwissenschaften) mag dies angemessen sein, für gesellschaftswissenschaftliche Bereiche ergeben sich starke Defizite: Konzepte, die die Universität und das individuelle Studium auch als Ort für soziale Interaktion begreifen, fehlen.

Das Projekt Stud.IP (Studentischer Internetsupport von Präsenzlehre) stellt die einzelne Präsenzveranstaltung in den Mittelpunkt und fragt, auf welche Arten diese multimedial unterstützt werden kann. Ziel ist es, die Qualität der Lehre zu verbessern, Medienkompetenz zu erweitern sowie die "Studierzufriedenheit" allgemein zu erhöhen.
English:


Stöber, Joachim ; Reips, Ulf-Dietrich ; Kaufmann, Esther ; Hahn, André ; Institution: Institut für Psychologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"Social desirability in online studies: Personal and motivational factors."
German:
English: In studies based on self-reported data, socially desirable responding (SDR) always presents a potential source of bias that may threaten both internal and external validity of the results obtained. Whereas there is ample research on SDR with traditional methods, there are only few studies on SDR in online research. Consequently, little is known about the effects of SDR on self-reports obtained online, particularly in combination with effects of motivational factors such as anonymity and financial incentives (Frick, Bächtiger & Reips, in press). The aim of the present study was to examine the combined influence of SDR and motivational factors in an online survey on consumer attitudes and purchase intention. To assess SDR, an online version of the Social Desirability Scale-17 (Stöber, 1999, in press) was employed. Moreover, three factors were experimentally manipulated, namely (a) anonymity, (b) financial incentives, and (c) the prosocial appeal of the product. The product investigated was a fictitious new brand of Jeans. In one condition, the Jeans were presented with new product quality features (e.g., improved zippers). In the other condition, the Jeans were presented with the same features and with some additional features which stressed the social "fairness" of the product (e.g., fair wages for the workers). Results showed a complex interaction of personal, motivational, and product-related variables on the influence of SDR on self-reports in online questionnaire studies and surveys.


Temme, André ; Institution: Institut für Psychologie, Universität zu Köln
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1974)
"„Quasimeto“: Entwicklung eines Instruments zur Transformation synchroner Datenerhebungsmethoden der Qualitativen Sozialforschung wie Interview oder Gruppendiskussion auf das Medium Internet."
German: Gegenstand des Vortrags soll das Instrument „Quasimeto“ sein, welches als Methodenentwicklung innerhalb meiner Diplomarbeit des Studiengangs Psychologie zur Transformation von synchronen Datenerhebungsmethoden der Qualitativen Sozialforschung wie Interview oder Gruppendiskussion auf das Medium Internet entwickelt wurde. Das Instrument erlaubt die synchrone Datenerhebung und deren quantitative Auswertung inklusive automatischer Transkription mit einem oder mehreren Gesprächspartnern über beliebige Entfernungen via Computer.

Vor dem theoretischen Hintergrund vor allem der Qualitativen Sozialforschung und der Online-Forschung wird dessen Entstehungsprozess expliziert. Die Entwicklung richtet sich nach dem Ansatz des „Early Rapid Prototyping“, ergänzend zu diesem Ansatz wird die Anwendung methodologischer Prinzipien der Qualitativen Sozialforschung und die Methodentriangulierung von Theorieanalyse, Experteninterview, Methodenvergleich und Feldarbeit geschildert.

Nachfolgend wird das Instrument selbst vorgestellt. Das Instrument unterteilt sich funktional in drei Module. Über das „Administrationsmodul“ können Rahmenparameter beeinflußt werden, die sich auf Aussehen und Funktionalität des „Datenerhebungsmoduls“ auswirken. In einem „Auswertungsmodul“ sind erste quantitativ basierte Analysen der Datenerhebung realisierbar und Exportmöglichkeiten zur weiteren quantitativen und qualitativen Analyse mit anderen Programmen vorhanden.

Zur Absicherung der Methodenentwicklung kam die selbstentwickelte Form eines Usability-Fragebogens bei drei „Ernstfall-Datenerhebungen“ von eigens dafür geschulten Moderatoren zum Einsatz, der von diesen im direkten Anschluß ausgefüllt wurde. Auch diese Ergebnisse, welche für ein hohes Qualitätsniveau von Quasimeto sprechen, sollen abschließend vorgestellt werden.
English:


Theobald, Axel ; Institution: Rogator AG, Nürnberg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1884)
"Sprachunterstützung bei WWW-Befragungen: Ergebnisse eines Methodenexperimentes."
German: Das World Wide Web wird bereits heute häufig für die Markt- und Sozialforschung im Sinne von online übermittelten Umfragen verwendet. Hierbei werden die vorhandenen multimedialen Möglichkeiten des Mediums bis jetzt aber nur selten ausgenutzt. Dies läßt sich zum einen mit bisher teilweise mangelnden Netzleistungen, zum anderen mit nicht-vorhandenen Quasi-Standards bezüglich der Hard- und Softwareausstattung begründen. Letzteres betrifft in erster Linie die Ausrüstung mit Soundkarten zur Darstellung von Audiodaten sowie die Installation von Programmen zur Wiedergabe von Videos.
Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, die Möglichkeiten der multimedialen Unterstützung von WWW-Fragebögen bereits heute zu erforschen. Im geplanten Experiment sollen zunächst die Sinnhaftigkeit sowie die Implikationen der Sprachunterstützung einer WWW-Befragung untersucht werden. Zu diesem Zweck wird eine Online-Umfrage in verschiedenen Versionen aufgesetzt. Hierbei wird im wesentlichen zwischen den Versionen ohne bzw. mit Vorlesen der Fragen und Antwortoptionen unterschieden, wobei letztere wiederum in zwei Varianten mit einer Frauen- bzw. einer Männerstimme gesplittet wird. Eine vierte Version des Fragebogens ohne Sprachunterstützung, jedoch mit dem Laden entsprechender Leerdateien soll die eventuell durch notwendige Ladezeiten auftretenden Drop-Outs messen. Die Versionen werden mit definierten Wahrscheinlichkeiten zufällig auf die Teilnehmerschaft verteilt, wobei das Vorhandensein sowie die Funktion einer Soundkarte zu Beginn inhaltlich getestet wird. Im Rahmen der Analyse sind die meßbaren Effekte der Experimentvariablen auf die Teilnahmequoten, die Datenqualität, mögliche Verzerrungen sowie die Convenience der Umfrage für die Probanden von Interesse.
English: The World Wide Web today is already used heavily for market research with online questionnaires. For several reasons the possibilities concerning multimedia aspects on the internet are still used quite scarcely. Despite this fact it seems reasonable to test a kind of multimedia support for WWW questionnaires now. In this experiment it is to be tested if audio support (questions are read to the participants) makes sense at all and what this implies. An online survey will be set up in different versions (with or without questions read, male or female voice). The assignment of web users to one of the experiment groups will be done at random. In the analysis the effects of the experiment variables on participation rates, data quality, possible biases and on convenience of participation will be measured.


Trepte, Sabine ; Institution: Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung, Hochschule für Musik und Theater Hannover
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1562)
"Konvergenz als Erfolgsrezept – Die Verknüpfung von Internet und TV-Inhalten aus Sicht von Machern und Usern."
German: Stand der Forschung zu der Beziehung von Internet und Fernsehen im Medienmenü des Nutzers ist, dass beide Angebote nicht ersetzt, sondern komplementär genutzt werden. Die ursprüngliche Befürchtung eines ‚Replacement‘ des Fernsehens durch das Internet wurde zugunsten der Annahme aufgegeben, dass das Zusammenspiel beider Medien als komplexe Wechselbeziehung verstanden werden muss. Vor diesem Hintergrund wurde für das erste erfolgreiche bimediale Angebot in Deutschland („Big Brother“) gefragt, wie Sendungen und Webauftritt im Portfolio des Nutzers tatsächlich kombiniert werden. Denkbar ist, dass sie aufgrund der inhaltlichen Mehrwerte beider Angebote, wie z.B. dramaturgisch aufbereitete Fassung im Fernsehen und zeitsouveräner Zugriff über das Internet, komplementär genutzt werden. Möglich ist jedoch auch, dass die eingeschränkte inhaltliche Breite von „Big Brother“ zu einer Substitution beider Angebote führt. In einer Onlinebefragung mit über 4.000 Teilnehmern wurde untersucht, wer die Nutzer der „Big Brother“-Sendungen und -Website sind, was sie für Nutzungsmotive haben und inwieweit sie beide Angebote komplementär oder substitutiv in Anspruch nehmen. Vor dem Hintergrund der Ergebnisse wird die Bedeutung solcher Cross-Media Angebote für die Rezipienten bzw. User (z.B. zeitliche Souveränität vs. Übersättigung) und die Macher (z. B. Cross-Media-Audience-Flow vs. Kannibalisierung) diskutiert.
English: The present position of research relating to viewers‘ usage of internet or television is that neither one excludes the other, but that they are rather used as a complement to each other. The original fears of ’replacement‘ of television through the internet have been dismissed in favor of understanding that both media exist in a complex correlation. With this in mind, viewers of the first successful bi-media offer in Germany ("Big Brother") were questioned as to exactly how the two components are combined within their media portfolio. It is possible that the advantages in content of both offers, i.e., the dramatically edited television version and the 24 hour accessibility of the internet, contribute to their being used complementary. Another possibility is that the limited variation of content in "Big Brother" leads to an easy substitution of one form for the other. In an online survey, with over 4000 participants, we investigated the users of the "Big Brother" program and website, their viewing and usage motives, as well as to what extent both versions were used as either a complement or as a substitute for the other. Based on the results, the relevance of such cross-media offers will be discussed – for the users (e.g., 24 hour accessibility vs. oversaturation) and for the producers (e.g., cross-media audience flow vs. cannibalism).


Tzanetakis, Robert ; Institution: Universität Wien
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1914)
"Ausprägung des Flow-Erlebnis beim Internetsurfverhalten in Abhängigkeit von persönlichen und situativen Faktoren."
German: Jene Studie befasst sich mit der Implementierung und Validierung von "Flow" in mehreren Applikationen des Internet. Inwiefern ist es dem User möglich, "Flow" zu erleben und wovon hängt dies ab? Der von Csikszentmihalyi geprägte Begriff des "Flow-Erlebnisses" – also im Fluss sein, Begeisterung, Erfüllung, freudiges Aufgehen in einer Handlung – ist seit den 70er Jahren zentraler Begriff der intrinsischen Motivationsforschung und wurde seitdem in einer Vielzahl von Populationen, Situationen und Kontexten untersucht (Übersicht zu finden in Csikszentmihalyi, 1988, 1991, 2000). In meiner von Peter Vitouch – Medienpsychologe der Universität Wien und Leiter des Ludwig-Bolzmann-Institut für empirische Medienforschung – betreuten Diplomarbeit untersuchte ich eine Stichprobe von n=71 mit dem Flow- Fragebogen (einer Adaption von Csikszentmihalyis Experience Sampling Method) zu vier Meßzeitpunkten. Im Anschluss wurde eine Testbatterie zur Erfassung von Persönlichkeitsmerkmalen und Surfverhalten vorgelegt. Dabei wurde das Flow-Konstrukt weitgehend validiert. Es zeigte sich, dass die Möglichkeit zum Erleben von Flow nicht nur von stabilen Eigenschaften, wie interner Kontrollüberzeugung des Individuums abhängt, sondern auch von situativen Bedingungen wie Webpagegestaltung, Verweildauer auf der Website, Tätigkeit und der eigentlichen Kontroll- bzw. Versuchsbedingung der Studie, nämlich ob die User zuhause oder in einem Raum mit anderen surfen. Zusätzlich zeigte sich ein interessantes Verhältnis zu Werten der Skala Internetsucht. Diese im deutschsprachigen Raum erstmalig durchgeführte Studie zum Thema "Flow im Internet" soll sowohl dem eMarketing als auch den Forschern des Mediums neues Wissen, Erkenntnisse und Denkanstößen vermitteln.
English: This study is the first piece of german research of "flow" in the internet. How is it possible for users to experience flow when using different applications of the net? Csikszentmihalyi was amazed by the motivation, many people had when doing certain things they obviously liked to do, despite loss of time, exhaustion and no external reinforcement. Since the early 70‘s he studied flow in many cultural contexts. He and many others researchers were able to make validations of the construct since then. Despite of that, studies examining user‘s flow in the internet are rare. In my thesis I asked 71 students to fill out a "flow questionnaire" – similar to Csikszentmihalyi‘s Experience Sampling Method – four times in a row, followed by a personality questionaire. The results indicate a relationship of the ability to experience flow with a person‘s internal locus of control and with many situational variables, like webpagedesign, time spent on the website, activity on the net and wether the person was allone or with other people, while surfing. Moreover the study shows some interesting relationship of flow with internet-addiction.


Utz, Sonja ; Institution: Department of Social Psychology, Free University of Amsterdam
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2033)
"Verbalisierung sozioemotionaler Inhalte und der Aufbau von Freundschaften in virtuellen Gemeinschaften."
German: Die Social Information Processing Perspective (Walther, 1992) beschreibt, wie in computervermittelter Kommunikation trotz des Fehlens vieler nonverbaler Hinweisreize (z.B. Mimik, Gestik oder Tonfall) Eindrucksbildung und Aufbau von Freundschaften von statten gehen. In dem Modell wird angenommen, dass die Nutzer motiviert sind, ein Bild von den Interaktionspartern zu gewinnen. Mit zunehmender Erfahrung lernen sie, nonverbale Informationen in Text umzusetzen und so sozioemotionale Inhalte zu übermitteln. Das Modell wurde überwiegend in asynchronen Kommunikationsszenarien und an virtuellen Arbeitsgruppen überprüft. In diesem Beitrag wird getestet, inwieweit die Vorhersagen des Modells auch in stärker sozial und spielerisch orientierten, synchron kommunizierenden, virtuellen Gemeinschaften bestätigt werden können. Als Beispiel für solche virtuelle Gemeinschaften wurden multi-user-dungeons (MUDs), textbasierte Abenteuerrollenspiele im Internet, ausgewählt. MUDs bieten neben den bekannten Smileys mit den sogenannten Feelings und Emotes zusätzliche Möglichkeiten, in face-to-face Kommunikation paraverbal vermittelte sozioemotionale Informationen zu verbalisieren. Es wurde untersucht, inwieweit der Einsatz dieser spezifischen Kommunikationsstrategien mit dem Aufbau von Freundschaften zusammenhängt. Darüber hinaus wurde die Rolle von Motiven untersucht. Gerade in MUDs sind alternative Motive als ein Kontaktmotiv denkbar, z.B. Interesse am Rollenspiel. Die Analyse zeigte, dass sich verschiedene Typen von MUDdern differenzieren lassen, die sich sowohl in der Nutzung von Kommunikationsstrategien als auch dem Aufbau von Online-Freundschaften unterscheiden. Die Motivation zur Teilnahme an MUDs moderierte den Zusammenhang zwischen dem Einsatz von Kommunikationsstrategien und dem Aufbau von Freundschaften in den virtuellen Gemeinschaften. Auf Basis dieser Befunde wird eine Modifikation der Social Information Processing Perspective vorgeschlagen.
English: The Social Information Processing Perspective (Walther, 1992) focuses on the question how in computer-mediated communication, despite the lack of nonverbal cues (e.g. gesture, intonation), impressions can be formed and how friendships are built up. The model assumes that users are motivated to get to know the interaction partner. As they get more experienced, they learn to verbalize nonverbal contents and thus to convey socio-emotional information. However, the model was tested mainly in asynchronous computer-mediated communication settings with virtual teams. The present research studies whether the predictions of the model also hold true for more social and playful virtual communities using synchronous computer- mediated communication. Multi-user-dungeons (MUDs), text-based adventure roleplaying games in the Internet, where chosen as an example for these virtual communities. Besides the well-known Smileys, MUDs provide additional possibilities to verbalize information, which is usually expressed paraverbally in face-to-face communication: the so-called feelings and emotes. It was investigated to what extent the use of these specific communication strategies predicted the development of online-friendships. Additionally, the role of motivations in this process was examined. There are alternative motives for participation in MUDs than needs for affiliation, for example interest in role-playing. It turned out that there are several types of MUDders who differ in the use of communication strategies as well as in the building up of online-friendships. Motivation to participate in MUD moderated the correlation between use of communication strategies and development on friendships in the virtual communities. Based on these results, a modification of the Social Information Processing Perspective is suggested.


Voracek, Martin ; Stieger, Stefan Institution: Univ.-Klinik für Tiefenpsychologie und Psychotherapie, Universität Wien
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2318)
"A Warning against University Subject Pools: Majors-differentiated evidence in an online survey of sexual behavior."
German: Die Verwendung von Studierendenstichproben, insbesondere von Psychologie- Studierenden, in der empirisch-psychologischen Forschung wird seit Jahrzehnten kritisiert (z.B. Smart, 1966; Jung, 1969; Rosenthal & Rosnow, 1975; Janssen, 1979); vornehmlich aufgrund fraglicher Validität und Repräsentativität der Ergebnisse. Dazu sind alarmierende Befunde publiziert worden, wie z.B., daß persönlichkeitsbezogene Selbstreportdaten von Studierenden vom Erhebungszeitpunkt (früh vs. spät im Semester) abhängig sind (Holden & Reddon, 1987; Bernard, 2000). Hingegen ist aufgrund üblicher Beschränkungen der Stichprobengrößen studienrichtungsbezogenen Effekten in Studierendenstichproben noch kaum nachgegangen worden.

Wir untersuchten daher in einer großen Online-Fragebogenuntersuchung (im Bereich der Universität Wien; n=3.702) zu geschlechtsspezifischen Aspekten von Eifersucht und Untreue in Paarbeziehungen (Buss et al., 1992; Voracek, Stieger, & Gindl, in press) studienrichtungsbezogene Unterschiede im Antwortverhalten. Die dabei verglichenen Substichproben waren von der Größenordnung üblicher Gesamtstichproben.

Interessanterweise resultierten für Psychologiestudierende (OR=3.01), verglichen mit Medizin- (OR=2.04), Jus-Studierenden (OR=2.61) und allen anderen Studienrichtungen (OR=2.27), die größten Geschlechtsunterschiede sowie das mit Abstand traditionellste Geschlechtsrollenmuster. Die Unterschiede zu den Teilnehmenden aus anderen Studienrichtungen waren substantiell und statistisch signifikant.

In unserer Online-Untersuchung konnten aufgrund der großen Teilnehmendenzahl studienrichtungsbezogene Unterschiede in sexualverhaltensbezogenen Selbstreportdaten dokumentiert werden. Dies ist aufgrund üblicher Beschränkungen der Stichprobengrößen in psychologischer Offline-Forschung allgemein kaum je möglich. Auf Studierendenstichproben basierende Studien können daher unbemerkt studienrichtungsbezogene Effekte enthalten. Ergebnisse, die auf Stichproben von Psychologiestudierenden basieren, sind möglicherweise nicht einmal auf Studierende anderer Studienrichtungen generalisierbar (und erst recht nicht auf die Allgemeinbevölkerung).
English: The usage of university subject pools, especially of psychology undergraduates, in empirical psychological research has been criticized since decades (e.g., Smart, 1966; Jung, 1969; Rosenthal & Rosnow, 1975; Janssen, 1979); mainly for questionable validity and representativeness of results. Evidence as disturbing as significant associations between self-reported personality characteristics and early- vs. late-semester participants has been reported (Holden & Reddon, 1987; Bernard, 2000). However, majors-differentiated effects in university subject pools have been rarely investigated, owing to usual sample size limitations.

Thus, we investigated majors-differentiated effects in a large-sample online-questionnaire study (University of Vienna; n=3,702) concerned with jealousy and infidelity in intimate relationships (Buss et al., 1992; Voracek, Stieger, & Gindl, in press). The subsamples compared in this study were of an order of magnitude of the usually employed total sample sizes.

Interestingly, psychology undergraduates (OR=3.01), evidenced, as compared with medical students (OR=2.04), law students (OR=2.61), and all other majors (OR=2.27), both the largest sex differential and the most traditional sex-role pattern. The difference to participants from other majors were substantial and statistically significant.

In our online study, owing to the large sample, we were able to show majors-differentiated effects in self-report data concerned with sexual behavior. Owing to usual sample size limitations in psychological offline research this is generally not feasible. Hence, studies based on university subject pools might be contaminated with majors-differentiated effects. Specifically, evidence based on psychology undergraduate samples might not be generalizable even to undergraduates of other majors (and, naturally, even less generalizable to the general population).


Weichbold, Martin ; Siegetsleitner, Anne Institution: Institut für Kultursoziologie, Paris-Lodron-Universität Salzburg
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 1863)
"Ethische Aspekte einer Online-Befragung."
German: Der Stellenwert ethischer Aspekte im Rahmen der Onlineforschung ist ein zwiespältiger: Zwar ist den Forschenden ihre Notwendigkeit bewusst, zumal mit den technischen Möglichkeiten auch die Risiken enorm gestiegen sind, andererseits scheint mit ihrer Berücksichtigung oft auch ein Mehraufwand oder eine Einschränkung in den Forschungsmöglichkeiten verbunden. Die Autoren zeigen anhand einer WWW-Umfrage (im nachhinein), dass es über die bekannten Problembereiche wie das Setzen von Cookies oder die Speicherung von IP-Adressen hinaus eine Reihe von weiteren Entscheidungen im Forschungsprozess gibt, bei denen ethische Fragen mit zu bedenken sind. Die untersuchte Umfrage wurde an der Universität Salzburg im Rahmen einer Diplomarbeit durchgeführt und ist in ihrer Art wohl typisch für viele derzeit durchgeführte Online- Surveys.

Für ihre Analyse werden – auf einer mittleren Abstraktionsebene – mehrere ethische Prinzipien unterschieden, um zu einer differenzierten Bewertung gelangen zu können: Schadensminimierung, Nutzenmaximierung, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit. Damit kann gezeigt werden, dass ethische Fragestellungen keinesfalls Ja-Nein-Entscheidungen sind, sondern sorgfältige Abwägungen von Vor- und Nachteilen, bei denen durchaus auch die einzelnen ethischen Prinzipien zueinander in Spannung stehen können.

Ergebnis sind Vorschläge jenseits eines „moralischen Zeigefingers„, wie durch verschiedene Maßnahmen die ethische Qualität von Onlineforschung gehoben werden kann. Ziel der Ausführungen ist, Forschungsethik nicht als notwendiges Übel und Restriktion zu begreifen, die ihr Einsatzgebiet vor allem in feierlich verabschiedeten Richtlinien findet, sondern als aktive Anforderung an eine gute Forschung.
English: The attributed importance of ethics in online research is a conflicting one: On the one hand, researchers are aware of its necessity, as not only the technical possibilities but also the risks have increased. On the other hand, its consideration often seems to mean additional expense or a restriction of research possibilities.

The authors will show (retrospectively) with a WWW-survey that there are – well known problematic aspects like setting a cookie or saving IP-addresses aside – additional decisions in a research process where ethical considerations have to be taken into account. The survey in question was carried out at the University of Salzburg as part of a master thesis and is probably a typical example of current online surveys.

For its analysis we will distinguish several ethical principles – on a medium abstract level – in order to arrive at a discriminating evaluation: minimizing harms, maximizing benefits, autonomy, justice. By this, we will show that ethical questions are not at all yes/no decisions but often a well-considered balancing of advantages against disadvantages in which the principles themselves may be in discrepancy.

As results we will present some proposals – beyond a moralizing attitude – how the ethical quality of online research can be improved by several measures. The purpose of the presentation is to consider research ethics no longer as a necessary evil and restriction which is primarily applied in solemnly passed guidelines but as an active requirement to good research.


Weßels, Martin ; Zimmermann, Matthias Institution: Dialego Online Market Research GmbH, Aachen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2000)
"Offline-rekrutierte Access-Panels als „Königsweg“ der panelbasierten Online-Forschung? Erkenntnissgewinne durch das „Dialego-Repräsentativpanel“."
German: Die insbesondere in der kommerziellen Online-Marktforschung stark verbreiteten selbstrekrutierten Online Access-Panels stehen unter wissenschaftlich-methodischem Aspekt zum Teil heftig in der Kritik. Dabei werden insbesondere die durch die Selbstrekrutierung eingeschränkte Repräsentativität und der potentielle Selbstselektionsbias bei Umfragen problematisiert. Offline rekrutierte Access-Panels sind demgegenüber – sofern sie aus einem bevölkerungsrepräsentativen Screening hervorgehen – stichprobentheoretisch nicht mit dieser Problematik behaftet. Daher können sie unter diesem methodischen Aspekt als „Königsweg“ der onlinebasierten Panelforschung betrachtet werden.

Die Dialego Online Market Research GmbH hat mit dem Aufbau des „Dialego Repräsentativpanels“ als eines der ersten Institute in Deutschland diesen „Königsweg“ der onlinebasierten Panelforschung konsequent beschritten, um ein qualitativ hochwertiges Access-Panel aufzubauen. Das Zentrum für Umfragen, Methoden und Analysen (ZUMA) in Mannheim stand dabei in allen Phasen wissenschaftlich-beratend zur Seite und übernahm in Zusammenarbeit mit dem Dialego Research Center die Begleitforschung.

Der Vortrag bilanziert unter Fokussierung der Repräsentativitätsproblematik zunächst die wesentlichen Vor- und Nachteile von offline und online rekrutierten Access-Panels. Darauf aufbauend berichtet er von den Erkenntnissen und Erfahrungen, die bezüglich der Repräsentativitätsproblematik bei Aufbau und Nutzung des „Dialego Repräsentativpanels“ gewonnen wurden, und es wird die Frage diskutiert, ob der gewählte Offline-Ansatz tatsächlich als „Königsweg“ bezeichnet werden kann. Darüber hinaus werden erste Handlungsempfehlungen für Aufbau und Pflege qualitativ anspruchsvoller Online-Access-Panels gegeben sowie offene Forschungsfragen skizziert.
English:


Witthöft, Michael ; Wilhelm, Oliver Institution: Lehrstuhl Psychologie II, Universität Mannheim
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 0)
"WWW-based Studies on the Construct Validity of Cognitive Failure Questionnaires."
German:
English: Cognitive failure is a construct of typical everyday behavior reflecting slips in attention and failures of memory. Measurement of cognitive failures differs from measurement of other types of ability in two ways: First, typical, as opposed to maximal, behavior is provoked; second, real life, instead of artificial situations are used. Prior studies have found no satisfactory measurement model for the self-report measures of the construct and there is a lack of evidence supporting construct validity of these measures.

In a series of internet based studies, we investigated the factorial structure and the construct validity of two cognitive failure questionnaires, the Cognitive Failure Questionnaire (CFQ) and the Short Inventory of Minor Lapses (SIML). One goal of the studies was to reevaluate previously proposed measurement models. A second goal was to assess the validity of the self-report measures. Measurement models were evaluated by administrating the CFQ and SIML to large heterogeneous samples and applying item response theory as well as structural equation modeling. Validity was assessed by critically evaluating an artifact explanation of individual differences (e.g. self-attention causes increased awareness of cognitive failures). Additionally, construct validity was tested by relating self-reported cognitive failures to real- life failures in everyday computer handling. First attempts to improve current self-report measures of cognitive failures were explored by changing the answer format of CFQ from relative to absolute frequencies.

Measurement properties and evidence for the validity of the instruments, as well as the implications for a more adequate assessment of everyday cognitive failures, are discussed.


Döbler, Thomas ; Wolf, Malthe; Schenk, Michael Institution: Fachgebiet für Kommunikationswissenschaft, Institut für Sozialwissenschaften, Universität Hohenheim
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2644)
"Das Konzept der Sozialen Milieus und die Analyse von Online- und E-Commerce-Nutzung"
German: Immer kürzere Produkt-Lebens- bzw. Innovationszyklen, vielschichtigste Konsumentenpräferenzen sowie der soziokulturelle Wandel und besonders die Vernetzung der Gesellschaft und Wirtschaft durch das Internet stellen immer größere Anforderungen an die Marktstrategien der Unternehmen. Differenzierte, vielschichtige Kenntnisse über die Kunden sind zunehmend unerlässlich. Um diese Herausforderungen zu meistern, bedienen sich Marktforschungsinstitute, Medienunternehmen und Markenartikel-Hersteller schon seit langer Zeit dem sozialwissenschaftlichen Instrument der sogenannten „Sozialen Milieus“. Vorteil dieser Methode ist die mehrdimensionale, ganzheitliche Erfassung und Gruppierung der Menschen in soziale Einheiten: Wertorientierungen sowie Alltagseinstellungen zu Themen wie Konsum, Freizeit, Geld, Familie und Medien, seit kurzem auch Internet und E-Commerce, definieren die Sozialen Milieus und werden als Instrument genutzt, Produkte an den Präferenzen der Kunden auszurichten. Die schon heute unübersehbare, sich in den kommenden Jahren noch exponentiell verstärkende Bedeutung des Internets in allen Bereichen unserer modernen Wirtschaft und des privaten Alltags legt eine Betrachtung dieser neuen Handels- und Informationsplattform unter Bezug auf die Sozialen Milieus nahe. Von besonderem Interesse ist dabei die Frage, wie die Lebenswelten und Lebensstile der modernen Onlinekunden aussehen und wie sich diese anhand der Milieu-Struktur klassifizieren lassen. Im Zentrum steht beim gegenwärtigen Entwicklungsstand einerseits die Kristallisation von besonders aufgeschlossenen und aktiven Gruppen der Gesellschaft und eher abwartenden und reservierten Teilen der Bevölkerung auf der anderen Seite. Ein Vergleich dieser Gruppen nicht nur hinsichtlich ihrer Aufgeschlossenheit gegenüber Internet allgemein, sondern auch der konkreten Verhaltensweisen, etwa beim Online-Einkauf, unter Rückgriff auf die jüngere Entwicklung der Nutzung und Milieuverschiebung, lässt hier Ableitungen im Hinblick auf die Diffusion des Internets und seiner unterschiedlichen Nutzung zu. Dem Vortrag liegt eine im Sommer 2000 von der Forschungsstelle für Medienwirtschaft und Kommunikationsforschung durchgeführte und veröffentlichte Sekundäranalyse zu Grunde. Eine diesbezügliche Aktualisierung der Daten, die im Frühling 2001 durchgeführt wird, eröffnet interessante Aussagen hinsichtlich der sich innerhalb eines Jahres vollzogenen Veränderungen innerhalb der verschieden Milieus selbst sowie im Inter-Milieu-Vergleich.
English:


Yom, Miriam ; Institution: eResult GmbH – eCommerce Research & Consulting, Göttingen
Abstract German (version: 25/06/2002 - 07:47, size: 2417)
"Wirkungen von Orientierungshilfen auf das Shoppingverhalten und Shoppingerleben bei Webnovizen."
German: Sitebezogene Orientierungshilfen können insbesondere web- und shoppingunerfahrenen Nutzern den ersten Einkauf im Web erleichtern. Das Institut für Marketing & Handel der Universität Göttingen und die eResult GmbH (Göttingen) untersuchten deshalb im Rahmen eines Laborexperiments die Wirkungen von Guided Tours (im weiteren GT) bei der Nutzung von Online-Shopping-Angeboten. Im Vordergrund stand das Erleben und Verhalten von shoppingerfahrenen und shoppingunerfahrenen Webnovizen.

Beliebtes „Einstiegsprodukt“ ins Online-Shopping sind Bücher. Aus diesem Grund wurde die Online-Buchbranche als Stimulusumfeld ausgewählt. Die Analyse von zehn großen deutschen Online-Buchshops ergab, daß derzeit keine Guided Tours als Orientierungshilfe angeboten werden. Für das Experiment wurde der Shop von bol.de ausgewählt und eine GT im bol-Design programmiert. Sie umfaßte dabei visuelle und audio-visuelle Erklärungen zu Nutzungsmöglichkeiten der Website und dem Bestellvorgang. Versuchsteilnehmer waren Teilnehmer des Online-Panels bonopolis.de, die ihren Wohnsitz in der Umgebung von Göttingen haben und über eine geringe Webkompetenz verfügen (Webnovizen).

Untersuchungsdesign: Laborexperiment, 1x2 faktorielles Design, Guided Tour (ja/nein), insgesamt 2x20 Webnovizen (Kontrollvariable Shoppingerfahrung), zufällige Zuweisung. Allen VPn wurden zwei Aufgaben gestellt, die typische Nutzungssituationen eines Online- Buchshops sind. Als abhängige Variablen wurden erhoben: wahrgenommene Orientierung (WO, eindimensionale Messung über 7 Items), Erleben (eindimensional Lust 4 Items), aktuelles Befinden (Verlaufsmessung, 7 Meßzeitpunkte; Ein-Item-Version), Verhalten (Anzahl der Clicks und benötigte Zeit bis zum Auffinden des Produkts, Anzahl der Clicks und benötigte Zeit für den Bestellvorgang).

Zentrale Ergebnisse: Es ergab sich ein signifikanter Effekt der Guided Tour (p=0,043) auf die WO. Desweiteren [leicht] signifikante Effekte der GT auf die durchschnittliche Clickzahl [Zeit] zum Auffinden des Produkts p=0,014 [p=0,068]. Ebenfalls signifikanter Effekt der durchschnittlich benötigten Clickzahl [Zeit] für den Bestellvorgang p=0,005[p=0,008]. Kein direkter signifikanter Effekt der GT auf das Erleben Dimension Lust. Aber hohe Korrelation von WO und Erleben mit r=0,683 (sign. 0,01).
English: